Rentenbericht
Euro-Renten bei dünnen Umsätzen stetig

Reuters FRANKFURT. Die richtungweisenden europäischen Zinsfutures haben sich am Freitag gegen Mittag bei anhaltenden Spekulationen über die Verwendung der Erlöse aus der Versteigerung der UMTS-Mobilfunklizenzen bei dünnen Umsätzen stetig präsentiert. Händlern zufolge reagierte der Markt kaum auf die erwartungsgemäß ausgefallenen Europäischen Verbraucherpreisdaten. Auch die Kursentwicklung des Euro beeinflusse den Rentenmarkt nicht mehr spürbar. Mögliche Impulse könnten nach Einschätzung von Händlern aber von den um 14.30 Uhr MESZ zur Veröffentlichung anstehenden US-Handelsbilanzdaten ausgehen.

Der Euro-Bund-Future notierte gegen 14.00 Uhr MESZ mit plus zwei Ticks bei 105,43 Punkten. Der Bobl-Future verlor drei Zähler auf 102,81 Punkte zu. Am kurzen Ende lag der Schatz-Future mit 101,23 Punkten unverändert. Zur Kasse notierte die zehnjährige Bundesanleihe Juli 2010 mit 100,320 (Donnerstag 100,35) Prozent. Sie rentierte auf diesem Niveau mit 5,204 %.

Die börsennotierten Bundeswertpapiere tendierten am Freitag im Kassavergleich überwiegend leichter. Die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen blieb mit 5,30 % unverändert gegenüber Donnerstag. Der Rex-Rentendindex verlor 0,01 % auf 109,7671 Zähler. 29 gehandelte Papiere verbesserten sich um bis zu 0,080 %punkte, während 50 Titel bis zu 0,450 %punkte verloren. Die Bundesbank verkaufte in Frankfurt zum Marktausgleich Anleihen im Volumen von 419,0 (Vortagesverkäufe 171,8) Mill. Euro.

Händlern zufolge hielten die Spekulationen um die Verwendung der Erlöse aus der Versteigerung der UMTS-Lizenzen trotz der Bekräftigung von Bundesfinanzminister Hans Eichel und Bundeskanzler Gerhard Schröder, diese voll zur Schuldentilgung zu nutzen, an. Die Kurse der von Telekommunikationsfirmen begebenen Anleihen gaben unterdessen weiter nach. Im Gegenzug stiegen die Renditen. War Mitte der Woche am Markt noch ein Renditeaufschlag von 0,9 %punkten gegen Bundesanleihen erzielt worden, stieg dieser in Erwartung eines hohen Angebotes neuer Papiere auf rund 1,4 %punkte. Dagegen rechnen Analysten bei den Staatspapieren angesichts der angestrebten Schuldentilgung mit einer Angebotsverknappung und daher mit steigenden Preisen. Unklar sei jedoch, wann der Bund beginnen werde, seine Finanzierung über Anleihen zurückzufahren.

Die Inflation macht Zinserhöhung wahrscheinlicher

Die um 12.00 Uhr veröffentlichten Verbraucherpreisdaten für die Euro-Zone wirkten sich nach Angaben von Händlern nicht nennenswert auf den Markt aus. Zwar habe der Markt im Hinblick auf die künftige Zinsentwicklung auf die Zahlen gewartet, doch habe die vom Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) in Brüssel mit 2,4 % genannte Teuerung im Juli exakt den Prognosen von Volkswirten entsprochen. Eine hohe Inflation macht eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) bereits am 31. August wahrscheinlicher, da die Teuerung deutlich über der von der Europäischen Zentralbank (EZB) definierten Obergrenze für die Preisstabilität von 2,0 % liege.

Die US-Bilanz für den Handel mit Waren und Dienstleistungen, die um 14.30 Uhr MESZ zur Veröffentlichung ansteht, könnte dem Markt nach Einschätzung von Händlern neue Impulse liefern. Volkswirte gehen davon aus, dass sich das Defizit im Juni auf den Rekordstand von 31,15 Mrd. $ ausgeweitet hat. Als Hauptgrund für die Prognose wurde der Anstieg des Preises für importiertes Öl genannt.

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