Renteneintritt liegt bei 60,2 Jahren
Hintergrund: Nur wenige arbeiten bis 65 Jahre

Hohe Arbeitslosigkeit, wenig Nachwuchs, und die Deutschen werden immer älter: Die Rahmenbedingungen für die Rentenkassen sind trotz rot-grüner Rentenreform alles andere als rosig. Die Beitragszahler müssen damit rechnen, dass sie länger arbeiten müssen, und dennoch eine niedrigere Rente bekommen. Der Wirtschaftsweise Bert Rürup hat vorgeschlagen, das gesetzliche Renteneintrittsalter von derzeit 65 schrittweise auf 67 Jahre anzuheben. Begonnen werden soll damit im Jahr 2011, erreicht werden soll das Ziel im Jahr 2030.

HB/dpa BERLIN. Tatsächlich arbeiten die wenigsten Deutschen noch bis 65. Viele gehen seit langem früher in den Ruhestand, auch ermuntert durch frühere Gesetzesregelungen. Aktuell liegt der Renteneintritt im statistischen Gesamtdurchschnitt bei 60,2 Jahren. 1995 lag der Vergleichswert nach Erhebungen der Rentenversicherer bei 60,1 Jahren. Darin sind auch all jene erfasst, die wegen verminderter Erwerbsfähigkeit früher in Rente gehen. Betrachtet man nur die Bundesbürger, die in reguläre Altersrente gingen, blieb das Renteneintrittsalter zwischen 1995 und 2001 mit 62,4 Jahren gleich. Es lag 1960 bei 64,7 Jahren.

Wer heute früher in Rente geht, kann das nur noch tun, wenn er dafür Abschläge in Kauf nimmt. Pro Monat sind das 0,3 Prozent oder pro Jahr 3,6 Prozent. Wer mit 60 Jahren aus dem Erwerbsleben ausscheidet, also fünf Jahre vor Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze, muss eine um 18 Prozent verminderte Rente in Kauf nehmen.

Abschlag ist zu gering

Auch wenn wissenschaftliche Untersuchungen ergeben haben, dass dieser Abschlag aus Sicht der Rentenkassen eigentlich zu gering ausfällt, muss sich ein Ruheständler diesen Abschlag erst einmal leisten können: Der Abzug wird nicht von dem theoretisch mit 65 Jahren erreichbaren Niveau vorgenommen, sondern von dem persönlichen Rentenkonto am Stichtag. Grund: Der Vorruheständler zahlt fünf Jahre weniger Beiträge ein, bezieht dafür aber fünf Jahre länger Rente.

Die durchschnittliche Rentenbezugsdauer hat sich in Westdeutschland allein zwischen 1960 und 2001 von durchschnittlich 9,9 Jahren auf 16,2 Jahre verlängert. Dabei gibt es zwischen Frauen und Männern noch einmal große Unterschiede. Bei den Männern in Westdeutschland erhöhte sich die Rentenbezugsdauer im angegebenen Zeitraum von 9,6 auf 14,3 Jahre, bei Frauen von 10,6 auf 18,3 Jahre. Die ostdeutsche Durchschnittsfrau bezog zuletzt sogar 20,8 Jahre Rente.

Der Vorschlag, das gesetzliche Rentenalter auf 67 Jahre zu erhöhen, zielt nach einhelliger Expertenmeinung in letzter Konsequenz nicht auf eine generelle Verlängerung des Arbeitslebens, sondern zur Entlastung der Rentenkassen auf höhere Abschläge bei vorzeitigem Eintritt ins Rentnerleben.

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