Rentenfonds-Analyse
Euro-Anleihen sind wieder stärker gefragt

In schwierigen Börsenzeiten bewähren sich Rentenfonds als sichere Häfen. Während viele Aktienfonds im vergangenen Jahr deutliche Verluste hinnehmen mussten, erwirtschafteten die besten Rentenfonds Jahresrenditen mit einer Neun vor dem Komma.

HB/vwd FRANKFURT/M. Aus Sicht eines Euro-Anlegers sind Fremdwährungsanleihen derzeit sehr risikoreich. Davon ist Bernd Vorbeck, Geschäftsführer der Fondsgesellschaft Universal Investment, überzeugt: "Wir konzentrieren uns auch im BW-Renta-International-Universal-Fonds stark auf Euro-Anleihen." Vor allem längere Laufzeiten hält er für aussichtsreich.

Der Fonds der Baden Bank-Württembergischen (BW) brachte es unter Vorbecks Verantwortung in den vergangenen zwölf Monaten auf einen Wertgewinn von 9,22 %. Das bedeutet Rang zwei unter 179 global anlegenden Rentenfonds.

Nach Angaben des Universal-Geschäftsführers liegt der Anteil der Euro-Anleihen im Fonds bei über 65 %. Hinzu komme eine knapp 25-prozentige Position an Dollaranleihen, die jedoch zurzeit durch Devisentermingeschäfte vollständig gegen mögliche Abwertungsverluste des Greenbacks gegenüber dem Euro abgesichert sei. Kleinere Positionen von Titeln, die auf kanadischen Dollar und Dänenkrone lauteten, rundeten das Portfolio ab. In der Schwedenkrone und im Schweizer Franken wolle man kleine Positionen aufbauen, sobald sich günstige Gelegenheiten dafür böten.

Das Stimmungstief in der Wirtschaft ist noch nicht erreicht

Die starke Übergewichtung des Euros bzw. die Untergewichtung von Yen und Dollar - Yen-Anleihen seien derzeit überhaupt nicht im Portfolio vertreten - gründe sich auf die derzeit negative Meinung des Universal-Fondsmanagements zu den Landeswährungen der USA und Japans, erklärt Vorbeck. Ihm zufolge bilden momentan Staatstitel das größte Gewicht des Fonds, weil man gerade in Zeiten konjunktureller und politischer Unsicherheiten die gute Qualität des Emittenten für enorm wichtig halte. Auf das Gesamtportfolio bezogen dominierten nach wie vor Anleihen mit längeren Laufzeiten, denen man trotz des schon niedrigen Zinsniveaus noch deutliche Kursgewinne zutraue. "Das Stimmungstief in der Wirtschaft ist noch nicht erreicht. Zudem dürfte die Inflation in den kommenden Monaten weiter sinken", begründet Vorbeck das seiner Meinung nach positive Chance/Risiko-Verhältnis von Langläufern.

Im Euroraum übergewichtet ist momentan auch der mit einer Zwölfmonats-Performance von 8,29 % auf Rang neun liegende CS Renten International. "Wir erwarten eine Euro-Erholung, deshalb haben wir in den vergangenen Monaten die Bestände an Dollar- und Pfund-Titeln zu Gunsten von Euro-Anleihen reduziert", erklärt Silvia Schaak, die verantwortliche Fondsmanagerin von Credit Suisse ("CS"). Mit jetzt fast 68 % seien Euro-Anleihen übergewichtet, während Dollar-Papiere auf rund 22 % kommen würden. Die Pfund-Positionen machten über sechs Prozent des Portfolios aus, die dänischen und schwedischen Bestände zusammen über drei Prozent.

Langläufer sind untergewichtet

Im Euro-Raum liege der Anlageschwerpunkt bei Anleihen aus dem mittleren, also vier- bis achtjährigen Laufzeitensegment, während Langläufer untergewichtet seien. Die Europäische Zentralbank werde die kurzfristigen Zinsen wohl weiter senken, was Euro-Anleihen mit kurzen und mittleren Laufzeiten noch Potenzial gebe. "Vor allem die wieder wachsende Staatsverschuldung dürfte aber negativ für Anleihe mit langen Laufzeiten sein", betont Schaak.

Wie Vorbeck favorisiert auch die CS-Fondsmanagerin im derzeit unsicheren Umfeld Staatsanleihen. Deren Anteil, der aktuell bei rund 83 % liegt, will sie in nächster Zeit noch weiter erhöhen. Die zurzeit eher defensive Portfolioausrichtung des CS-Fonds werde auch dadurch unterstrichen, dass sie keine Anleihen osteuropäischer Länder mit EU- bzw. Euro-Beitrittsphantasie im Portfolio habe. Im ersten Halbjahr 2001 sei sie mit knapp vier Prozent der Mittel dort investiert gewesen. Außerdem habe sie die Quote von Anleihen, die nur ein "A"-Rating aufweisen, in den vergangenen Monaten um rund vier auf neun Prozent abgebaut. In Anleihen mit einem "BBB"-Rating, in die sie laut Fondsstatuten ebenfalls investieren dürfte, sei sie derzeit sogar überhaupt nicht positioniert. Der Grund: Schaak rechnet damit, dass die seit geraumer Zeit beobachtete Flucht in bonitätsmäßig erstklassige Rententitel noch einige Zeit anhalten wird.

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