Rentenfonds mit Osteuropa-Schwerpunkt
Fondsmanager gehen auf Renditejagd

Gerade in turbulenten Börsenzeiten glänzen Rentenfonds mit stabilen Wertentwicklungen. Das belegt einmal mehr die aktuelle Performanceübersicht. Die verantwortlichen Portfoliolenker konzentrieren sich sehr stark auf Anleihemärkte von EU-Beitrittskandidaten mit Zinssenkungsphantasie.

HB/vwd FRANKFURT/M. "Wir stehen in Euroland am Beginn eines neuen Zinserhöhungszyklus", sagt Marc Tetzlaff, Fondsmanager des Trinkaus Luxrent Europa. Das Produkt schlägt sich im Konkurrenzumfeld von insgesamt 83 Rentenfonds für europäische Anleihen erfolgreich. Es liegt mit einem Zwölfmonats-Wertgewinn per Ende März von 6,90 % auf Rang vier.

Tetzlaff geht davon aus, dass die Europäische Zentralbank angesichts der bevorstehenden Konjunkturerholung schon bald wieder auf eine restriktive Geldpolitik umschalten wird. "Mit einer ersten Leitzinserhöhung der EZB wie auch der amerikanischen Notenbank ist nach der Sommerpause zu rechnen", sagt er. Vor diesem Hintergrund setzt der Fondsmanager nach eigener Darstellung am Euroland-Rentenmarkt, auf den derzeit rund 55 % der Trinkaus-Luxrent-Europa-Mittel entfallen, seit kurzem vor allem auf sehr kurze und auf lange Laufzeiten. Damit soll der Euroland-Anteil des Portfolios weitgehend gegen den Anstieg der Renditen geschützt sein: "Unter einem Zinsanstieg werden vor allem Anleihen mit mittleren Laufzeiten zu leiden haben."

Zur vergleichsweise guten Performanceentwicklung trugen nach Ansicht des Managers in den vergangenen Monaten vor allem Anleihen osteuropäischer EU-Beitrittskandidaten in lokaler Währung bei. Nachdem er hier im Verlauf des vergangenen Jahres sukzessive Positionen aufgebaut habe, entfielen jetzt rund 30 % der gesamten Fondsmittel auf dieses Segment. Momentan schätze er vor allem die Anleihen der Slowakei sowie der tschechischen Republik als attraktiv ein. "Die Währungen sollten gut von den hohen ausländischen Direktinvestitionen in diesen Ländern profitieren können", erklärt Tetzlaff. In tschechischen und slowakischen Anleihen habe derzeit zusammen rund 10 % investiert. Jeweils 10 % seien in polnischen Zloty- bzw. ungarischen Forintanleihen angelegt. In Polen und in Ungarn, deren Rentenmärkte im vergangenen Jahr sehr gut abgeschnitten hätten, und die sich daher in diesem Jahr moderater entwickeln sollten, bevorzuge er vor allem Anleihen mit kurzen Laufzeiten. "Diese Titel rentieren noch immer deutlich höher als vergleichbare Euro-Anleihen", registriert er.

Schweden-Krone mit Kurspotenzial

Auf britische, schwedische und dänische Papiere entfielen zurzeit insgesamt 15 % der Fondsmittel. Vor allem schwedische Anleihen seien interessant. "Obwohl die schwedische Landeswährung sich in den vergangenen Wochen bereits wieder gut von ihrem Vorjahrestief erholt konnte, dürfte sie gegenüber dem Euro weiteres Aufwertungspotenzial haben, da Schweden als Beitrittskandidat zum europäischen Währungsraum gehandelt wird", glaubt Tetzlaff.

Der mit einem Zwölfmonatsplus von 6,29 % auf Platz fünf rangierende Berenberg-Euro Zins Plus Universal investiert ebenfalls vergleichsweise stark in Anleihen osteuropäischer EU-Beitrittskandidaten. Rund 35 % des Vermögens dieses Gemeinsschaftprodukts der Fondsgesellschaft Universal Investment und der Hamburger Berenberg Bank seien momentan hier investiert, sagt Fondsberaterin Beate Gerdes von Berenberg Capital Management, Hamburg. "Osteuropa-Anleihen versprechen mittelfristig Kursgewinne, da sich die Zinsniveaus der Länder auf ihrem Weg in die Europäische Union dem niedrigeren Zinsniveau innerhalb Eurolands angleichen werden", betont sie.

Anders als beim HSBC-Fonds lauten beim Berenberg-Universal-Fonds aber nicht alle osteuropäischen Anleihen auf lokale Währung. Rund 10 % der Osteuropa-Anleihen seien vielmehr Euro-Anleihen, die insgesamt 65 % des Gesamtportfolios ausmachen, erklärt Gerdes. Auf Nicht-Euro-Titel entfielen demnach 35 % der Gelder. Ein Großteil davon stecke in britischen Pfund-Anleihen mit rund 10 % Quote und in polnischen Zloty-Anleihen mit etwa 18 % Anteil. Dazu komme eine kleine Beimischung von 2,5 % in südafrikanischen Rand-Papieren.

An den osteuropäischen Märkten, für deren Zinsentwicklung Gerdes nach eigener Darstellung sehr positiv gestimmt bleibt, investiere sie seit geraumer Zeit bevorzugt im kurzen und mittleren Laufzeitenbereich.

Für besonders attraktiv schätze sie zurzeit auch Unternehmensanleihen aus den etablierten europäischen Märkten ein. "Für dieses Segment bin ich deshalb positiv gestimmt, weil sich die Zinsvorsprünge dieser Titel, vor allem in den Ratingbereichen "A" bis "BBB-", gegenüber vergleichbaren Staatspapieren weiter verringern dürften", erklärt sie.

Quelle: Handelsblatt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%