Rentenmarkt praktisch unverändert
Die Wall Street im Bärenmarkt: Morgens top, abends flop

Um zwölf Uhr mittags war es um die Nasdaq geschehen, zwei Stunden später folgte dann der Dow Jones - nach einem überraschend starken Wochenstart schlossen alle großen US-Indizes dick im Minus. Der Dow verlor am Dienstag 155 Zähler oder 1,7 % auf 9127 Punkte, die Nasdaq verlor 36 Zähler oder 2,5 % auf 1424 Punkte.

NEW YORK. Mit dem S&P 500 schloss auch das marktbreit gefasste Aktienbarometer in den Miesen. 17 Zähler oder 1,7 % verlor der Index, der nun bei einem Stand von 976 Punkten deutlich unter der vierstelligen Grenze liegt. Damit haben alle Indizes die frühen Wochengewinne abgegeben. Darüber hinaus, und auf lange Sicht besorgniserregend, fällt auf, dass sich S&P 500 und die Nasdaq nur noch einen Hauch über ihren jeweiligen September-Tiefs notieren. Schuld an dem Dienstagssturz, wie so oft in den vergangenen Wochen, die High-Tech-Werte, deren Verluste die anfangs starken Industriewerte überschatteten und diese zuletzt in einem Stimmungstief mit in den roten Bereich zogen.

Dabei hatte am Morgen vieles gut ausgesehen. Zum einen war das Verbrauchervertrauen von Mai auf Juni zwar um einige Punkte gefallen, aber doch nicht so stark, wie Marktbeobachter erwartet hatten. Zum anderen ließ ein Blick in den Dow eine erfreuliche Struktur erkennen, waren es doch überwiegend zyklische Aktien, die zu den Gewinnern zählten und die Konjunkturbeobachter gerne als Frühindikatoren für die Börse heranziehen.

Doch ist rückblickend klar: Die Gewinner vom Dienstagmorgen hatten ihre starken Notierungen eher Einzelmeldungen zu verdanken als einem breiten Optimismus. So beispielsweise DuPont. Der Chemiekonzern, Hersteller unter anderem von Materialien wie Teflon und Gore-Tex, hatte seine Prognosen für das laufende Quartal deutlich nach oben korrigiert. Die Aktie schloss nach einer frühen Rally mit nur noch einem Zehntelprozent im Plus.

Nicht besser erging es dem Flugzeugbauer Boeing. Das Unternehmen hat einen 2 Mrd. $ schweren Auftrag kassiert und erwartet für 2004 einen leichten Aufwärts-Tick, da Billig-Airlines mehr Flugzeuge geordert hätten als ursprünglich erwartet worden war. Auch der Aluminiumriese Alcoa verbesserte sich letztlich um weniger als 1 %, nachdem die Aktie aufgrund konjunkturoptimistischer Kommentare aus dem Alusektor zunächst um bis zu 3 % zugelegt hatte.

Am unteren Ende des Dow fanden sich zum Glockenschlag die Aktien der Konsumriesen Coca-Cola, Procter & Gamble und Philip Morris, die Telekomunternehmen AT&T und SBC Communications sowie - wenig überraschend - die High-Tech-Titel von Intel und Hewlett-Packard. Letztere verloren trotz positiver Kommentare von Merrill Lynch und trotz der Nachricht, dass der Druckergigant sein Programm umstellen und um neue Modelle erweitern wird.

Im Rahmen der Tech-Schwäche fielen die Aktien branchenübergreifend. Der Chip-Index Sox gab 4,5 % ab, ebenso tief stürzten die Papiere der Netzwerker. Hardware-Aktien fielen um mehr als 5 %, mit einem Minus von 1,5 % kamen Software-Anleger relativ ungeschoren davon.

Zwei große Verlierer fanden sich unterdessen in der Internetbranche. Aktien von Amazon gaben um 12 % nach, nachdem der Konkurrent Buy.com angekündigt hatte, alle Bücher ab sofort um 10 % billiger anzubieten als der große Konkurrent. Papiere von Yahoo verloren 9 %, nachdem Analysten sich negativ über das Unternehmen äußerten, dass wider anders lautender Einschätzungen aus dem Management im laufenden Quartal höchstens eine saisonal übliche Verbesserung der Geschäfte verbucht werde.

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