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Republikaner-Kritik an Rumsfeld wächst

In der republikanischen Partei wächst der Unmut über Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Nach den prominenten Senatoren John Mccain und Chuck Hagel kritisierte auch deren Kollege Trent Lott den militärischen Kurs des Pentagonchefs im Irak.

dpa WASHINGTON. In der republikanischen Partei wächst der Unmut über Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Nach den prominenten Senatoren John Mccain und Chuck Hagel kritisierte auch deren Kollege Trent Lott den militärischen Kurs des Pentagonchefs im Irak. Zugleich sprach sich Lott für eine Ablösung des Ministers aus.

Die drei Senatoren bemängeln vor allem, dass Rumsfeld nicht genügend US- Truppen in den Irak entsandt habe. Eine weitere prominente Republikanerin in der Kongresskammer, Susan Collins, kündigte unterdessen an, sie werde ebenfalls dem Pentagon angelastete Mängel bei der Ausrüstung der US-Soldaten im Irak im neu gewählten Senat zur Sprache bringen.

Er fordere keinen sofortigen Rücktritt seines Parteikollegen, sagte Lott nach Medienberichten vom Donnerstag (Ortszeit) in einer Rede vor der Handelskammer in Biloxi (Bundesstaat Mississippi). "Aber ich würde gern einen Wechsel in diesem Amt im nächsten Jahr oder so sehen." Der einstige Führer der republikanischen Mehrheit im Senat fuhr fort: "Ich bin kein Fan von Minister Rumsfeld. Ich glaube nicht, dass er genügend auf sein Militär hört."

Lott äußerte die Überzeugung, dass zur Eindämmung der Gewalt im Irak mehr US-Truppen nötig seien, als sie bisher von Rumsfeld entsandt wurden. Er mahnte außerdem eine Strategie zum Verlassen des Iraks nach den dort für Ende Januar geplanten Wahlen an. Ähnlich hatten sich zuvor auch Mccain und Hagel geäußert. So deutete Mccain an, er habe kein Vertrauen in den Minister.

Präsident George W. Bush hatte Rumsfeld erst vor kurzem gebeten, weiter an der Spitze des Pentagon zu bleiben, und der Minister hatte sofort zugestimmt. In der vergangenen Woche war Rumsfeld in die Schlagzeilen geraten, nachdem ihn ein US-Soldat öffentlich gefragt hatte, warum die von den amerikanischen Streitkräften im Irak benutzten Kampffahrzeuge nicht ausreichend gepanzert seien. Collins forderte Rumsfeld in einem am Donnerstag veröffentlichten Brief auf, diese Mängel umgehend zu beseitigen.

Die "Washington Post" zitierte unterdessen Beamte im Weißen Haus mit den Worten, Bush sei "unbeeindruckt" von der Kritik an Rumsfeld und halte ihn nach wie vor für einen fähigen Minister, der im Irak "großartige Arbeit" leiste.

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