Republikaner planen Gesetzesvorlage
Europas Firmen droht in den USA höhere Steuer

Die Republikaner im US-Repräsentantenhaus wollen europäische Konzerne in Amerika höher besteuern. Zurzeit können US-Tochterunternehmen ihre in Amerika erzielten Gewinne durch Zinszahlungen an ihre Zentralen in Europa mindern. Dadurch fallen weniger Steuern an.

bac WASHINGTON. Nach einem Bericht des "Wall Street Journals" soll mit einer neuen Gesetzesvorlage der Betrag, den US-Tochterunternehmen nach Europa überweisen, verringert werden. Insbesondere große Betriebe wie Daimler-Chrysler oder Nestlé wären davon betroffen.

Vor allem für Firmen, die eine hohe Fremdkapitalfinanzierung aufweisen, lohnt sich die bisherige Praxis der Zinszahlungen. Federführend bei dem Entwurf der Republikaner ist der Vorsitzende des Finanzausschusses im Repräsentantenhaus, Bill Thomas.

Die Debatte über dieses Thema steht auch im Zeichen der sich verschärfenden innenpolitischen Auseinandersetzung rund vier Monate vor den Kongresswahlen im November. Während die oppositionellen Demokraten vor allem Front gegen US-Unternehmen machen, die sich in steuerfreien Offshore-Gebieten in der Karibik angesiedelt haben, nehmen die Republikaner in erster Linie nichtamerikanische Firmen im Visier. Ihre Argumentation: Die größte Gefahr bestehe darin, dass ausländische Betriebe US-Unternehmen kaufen, um ihre Steuerlast zu senken.

Scharfe Kritik an EU

Der Sprecher des Repräsentantenhauses, Dennis Hastert, verschärfte in der vergangenen Woche den Ton gegenüber der Europäischen Union. "So lange ich Sprecher bin, werde ich mich gegen das wehren, was irgend jemand in der EU diktiert", sagte Hastert. Die Welthandelsorganisation (WTO) hatte einer Klage der EU stattgegeben und die steuerfreien Offshore-Oasen ("foreign sales corporations") als illegale Exportsubventionen bezeichnet. Brüssel beziffert die Handelsvorteile für die USA auf rund vier Mrd. $.

Beim amerikanisch-europäischen Gipfel im April hatte US-Präsident George W. Bush zugesagt, die US-Steuergesetze in Übereinstimmung mit den WTO-Regeln zu bringen. Nun liegt es am Kongress, dies umzusetzen. Dabei werden verschiedene Varianten erörtert. Einige Vorschläge sehen als Ausgleich für die Abschaffung der "foreign sales corporations" eine steuerliche Entlastung für US-Unternehmen an anderer Stelle vor. Ein weiterer Vorschlag will ausländische Firmen in Amerika, die ebenfalls von den "foreign sales corporations" profitieren, stärker zur Kasse bitten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%