Republikaner wollen Minister zur Verantwortung ziehen - Lügendetektor-Tests in den kommenden Tagen
Verschwundene Atomunterlagen bringen Clinton in Bedrängnis

Zwei Computer-Festplatten mit geheimen Daten aus Atomanlagen sind verschwunden. Lügendetektor-Tests bei zugangsberechtigten Mitarbeitern im Kraftwerk sollen die Verantwortung von Ministern klären.

ap WASHINGTON. Nach dem Verschwinden zweier Computer-Festplatten mit geheimen Daten aus der Atomanlage Los Alamos im Staat New Mexico gerät die Regierung von Bill Clinton in Bedrängnis. Oppositionelle Abgeordnete kündigten an, Energieminister Bill Richardson zur Verantwortung zu ziehen. "Dieser Vorfall passierte unter seiner Aufsicht. Er muss dafür verantwortlich gemacht werden", erklärte der republikanische Senator John Warner. Das Ministerium habe Warnungen vor Sicherheitsmängeln ignoriert, warf Senator Jon Kyl der Regierung vor.

Weitere Senatoren erklärten, sie wollten nun die Ernennung des stellvertretenden CIA-Direktors John Gordon zum Chef einer halbstaatlichen Behörde für Atomwaffen verstärkt vorantreiben. Unterdessen setzte das FBI seine Ermittlungen fort. Die Bundespolizei konzentriert sich vermutlich auf 26 Mitarbeiter der Atomanlage, die auch ohne Begleitung Zugang zu dem gesicherten Aufbewahrungsort der Festplatten hatten. Nach Angaben des Energieministeriums sollen sich Wissenschaftler bereits innerhalb der kommenden Tagen Lügendetektor-Tests unterziehen.

Die Angestellten seien aber loyale und zuverlässige Mitarbeiter, sagte der Sicherheitschef im Energieministerium, Luftwaffengeneral Eugene Habiger. Die Daten seien womöglich nicht gestohlen, sondern bei der Evakuierung der Anlage während des Buschbrandes im Mai verlegt oder versehentlich zerstört worden. Sechs führende Mitarbeiter der Anlage wurden am Dienstag vom Dienst freigestellt, um nach Angaben des Labors unabhängige Ermittlungen zu gewährleisten.

Die verschwundenen Daten stammen von einem Computer, der im Hochsicherheitstrakt der Atomanlage, der so genannten Division X, stand. Dort bereiten Wissenschaftler Reaktionen auf mögliche Atomunfälle und auf Bedrohungen durch Terrorismus vor. Die Festplatten enthalten unter anderem Daten über den sicheren Umgang mit Atomwaffen im Notfall. Ihr Verlust war bereits am 7. Mai entdeckt worden.

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