Requiem
Hannelore Kohl wird im Dom zu Speyer beigesetzt

Bei einem Requiem im Speyerer Dom werden Freunde und Bekannte am Mittwoch Abschied von Hannelore Kohl nehmen. Anschließend wird die Frau von Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl, die sich am Donnerstag offenbar aus Verzweiflung über ihre schwere Krankheit das Leben genommen hatte, in ihrem Heimatort Ludwigshafen beigesetzt.

dpa BERLIN/SPEYER. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wird an der Trauerfeier teilnehmen. Wie das Bundespresseamt am Freitag mitteilte, hat Schröder dafür ein geplantes Treffen mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Wim Kok verschoben. Die Trauerfeier im Speyerer Dom wird vom ehemaligen Ludwigshafener Stadtdekan und langjährigen Vertrauten von Altkanzler Helmut Kohl (CDU), Erich Ramstetter, geleitet.

Monsignore Ramstetter kennt die Familie seit Jahrzehnten. Der 75 Jahre alte pensionierte Geistliche hatte zuletzt Ende Mai den jüngsten Kohl-Sohn Sohn Peter Kohl und seine Braut Elif Sözen in Istanbul getraut. Hannelore Kohl hatte wegen ihrer schweren Lichtallergie an der Hochzeit nicht teilnehmen können. Das Bischöfliche Ordinariat werde mit Anfragen von Journalisten und Bürgern überhäuft, die an der Trauerfeier teilnehmen wollten, sagte der Sprecher. Näheres zu der Trauerfeier könne er aber noch nicht sagen.

Helmut Kohl hielt sich am Freitag in seinem Haus in Oggersheim auf und traf Vorbereitungen für die Beisetzung. Die Straße vor dem Haus der Familie blieb auch am Freitag abgesperrt. Nachbarn und andere Menschen aus Ludwigshafen brachten Blumen vorbei, die sie an Absperrgittern abgeben mussten. Die Absperrung war auf Wunsch der Familie Kohls am Donnerstag nach Bekanntwerden der Todesnachricht eingerichtet worden. Auch am Freitag hatten sich wieder zahlreiche Journalisten und Kamerateams in Oggersheim versammelt.

In Berlin gedachte die CDU/CSU-Bundestagsfraktion der Verstorbenen. Die Bundes-CDU sagte zudem einen für Samstag in der Berliner Bundesgeschäftsstelle geplanten "Tag der Offenen Tür" ab. Stattdessen soll im Konrad-Adenauer-Haus im Berliner Ortsteil Tiergarten ein Kondolenzbuch für die Öffentlichkeit ausgelegt werden.

Doris Schröder-Köpf, die Ehefrau von Bundeskanzler Gerhard Schröder, zeigte sich in einer persönlichen Würdigung tief betrübt über den Selbstmord. "Hannelore Kohl hat mir geradezu mütterliche Ratschläge erteilt, mich gleichsam ins Amt eingewiesen", schrieb Schröder-Köpf in einem Beitrag auf der Titelseite des in Berlin erscheinenden "Tagesspiegel". Die Ehefrau des Altkanzlers "wusste ja auch wie keine zweite, was es bedeutet, die Kanzlergattin zu sein und einen Partner mit dem Land zu teilen".

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Mainzer Kardinal Karl Lehmann, wandte sich in einem Brief an den Alt- Kanzler. "Sie dürfen gewiss sein, dass wir der Verstorbenen im Gebet, besonders in der Eucharistiefeier gedenken, und Gott ganz besonders für Sie und Ihre Familie um seinen Beistand und Trost bitten." Lehmann würdigte zudem, dass Hannelore Kohl ihrem Mann stets zur Seite stand: "Auch wenn man nicht viel darüber spricht, so ist dieser Dienst der Ehefrauen der verantwortlichen Politiker nach innen und nach außen von größter Bedeutung und wird vielfach unterschätzt."

Die Leiche Hannelore Kohls war am Donnerstagmorgen im Bungalow der Familie gefunden worden. Wie Kohls Berliner Büro mitteilte, begründete die 68-Jährige in Abschiedsbriefen ihren Selbstmord mit der Verzweiflung über eine seltene und schmerzhafte Lichtallergie.

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