Reservat
Brasilianische Indios setzen mit Geiselnahme Schutzzone durch

dpa RIO DE JANEIRO. Die Caiapo-Indianer im Amazonasgebiet Brasiliens haben mit einer spektakulären Geiselnahme die Abgrenzung seines Lebensraumes in einer Schutzzone durchgesetzt. Die staatliche Indiobehörde Funai teilte am Freitag mit, man wolle noch im Laufe des Tages mit der Absteckung der Grenzen des 1,85 Mill. Hektars großen Reservats im nördlichen Urwaldstaat Para beginnen.

Im Gegenzug hätten die Caiapaos, deren Häuptling Raoni (75) sogar mit Pop-Weltstar Sting aufgetreten ist, 16 einheimische Touristen freigelassen, die seit einer Woche festgehalten worden waren. Das Reservat war 1998 vom Staat zuerkannt worden. Doch eine Gemeinde und Großgrundbesitzer hatten den Staatsbeschluss bis zuletzt in der Justiz erfolgreich angefochten.

Das Befehl zur Demarkation des Lebensraumes von rund 4 000 Caiapos, ein Gebiet mit zahlreichen Goldvorkommen und edlen Hölzern, sei von Justizminister Jose Gregori persönlich gegeben worden, berichteten Medien. Funai-Präsident Glenio da Costa habe Gregori davon überzeugt, dass der Konflikt nicht anders zu lösen sei und sonst mit einem Blutbad enden könnte.

Der örtliche Funai-Vertreter Francisco Chagas Lopes berichtete, die Indios hätten damit gedroht, die 16 männlichen Geiseln lebend zu verbrennen. Andererseits hätten sich schwer bewaffnete Großgrundbesitzer und Hunderte von Goldsuchern auf die Erstürmung des Indiodorfes vorbereitet, um die Geiseln zu befreien.

"Die Indios haben die ständigen Misshandlungen durch Goldsucher und illegale Holzhändler satt", meinte Chagas Lopes. Aber auch die vielen Touristen verärgerten die Caiapos zunehmend. Die Indios seien mit Gewehren und Pistolen bewaffnet und "extrem gewalttätig, wenn es um den Schutz ihres Landes geht".

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