Reserven sind begrenzt
Ölkartell stellt Erhöhung der Fördermenge in Aussicht

Der Präsident der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC), Ali Rodriguez, hat für Ende Oktober eine Erhöhung der Ölfördermenge in Aussicht gestellt.

rtr/dpa CARACAS/BERLIN. Nach einem Treffen mit US-Energieminister Bill Richardson in Caracas hieß es in der Nacht zum Sonntag in einer gemeinsamen Erklärung, die OPEC beabsichtige die Ölfördermenge zum Monatsende zu steigern, wenn dies gemäß der OPEC-Vereinbarungen nötig werde. Richardson zeigte sich mit der Vereinbarung zufrieden. Rodriguez warnte zugleich vor einer übermäßigen Förderhöhung. Einer informellen OPEC-Vereinbarung zufolge wird das Kartell seine Fördermenge um 500 000 Barrel (Barrel=159 Liter) täglich steigern, wenn ein aus sieben Sorten bestehender Ölkorb-Preis die Grenze von 28 $ (rund 64 Mark) je Barrel an 20 aufeinander folgenden Handelstagen überschreitet.

Sollte der Ölkorb-Preis bis dahin nicht unter die 28-Dollar-Marke fallen, so würde die Fördermenge gemäß den Vereinbarungen ab 27. Oktober erhöht, sagte Rodriguez. Der OPEC-Präsident warnte jedoch zugleich vor einer übermäßigen Fördererhöhung. Eine drastischer Förderzuwachs, der das Angebot auf den Rohstoffmärkten überschießen lasse, sei keine Lösung für die angespannte Marktlage.

Richardson äußerte sich unterdessen zufrieden über das Treffen. "Ich bin sehr erfreut über das Treffen mit Ali Rodriguez, weil es (eine Erhöhung der Förderquote um) 500 000 Barrel zum Ergebnis hat", sagte er am Sonntag. Gleichzeitig machte er jedoch die Nahost-Krise und nicht Lieferengpässe für die Situation verantwortlich. "Wir glauben, dass die Raffinerie-Kapazitäten ausreichend sind. Die Situation im Nahen Osten hat die Ölpreise eindeutig in Bewegung gebracht", sagte er.

Druck durch die USA

Richardson hatte die OPEC in der Vergangenheit wiederholt zu einer Steigerung der Ölproduktion aufgerufen. Vor seiner Reise in die venezolanische Hauptstadt hatte er gesagt, der Ölpreis sei noch immer "eindeutig" zu hoch. Er wolle auf die Erhöhung der OPEC-Fördermenge drängen, um den Preis für ein Barrel Rohöl näher an ein Niveau zwischen 20 und 25 $ (zwischen rund 46 und 58 Mark) zu bringen.

Der Ölpreis war nach der erneuten Eskalation der Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern zum Wochenende wieder deutlich auf 31,60 $ angezogen. Vor gut einer Woche war der Preis auf ein neues Zehnjahreshoch von 36 $ geklettert.

Versorgungsengpässe ab 2020

In einer am Freitag in Berlin vorgestellten Studie hatte die Ludwig Bölkow Systemtechnik festgestellt, dass Erdöl schon in zehn bis 20 Jahren knapp werden könnte. Die Reserven seien deutlich begrenzter als in der Öffentlichkeit angenommen. Spätestens bis 2020 sei mit dem Erreichen des weltweiten Produktionsmaximums zu rechnen. Das Angebot werde danach stetig abnehmen und es könnte zu Versorgungsengpässen kommen.

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