Restrukturierung von KirchMedia
Investmentbanken sollen Investoren für Kirch suchen

Angesichts der schwierigen Restrukturierung der zahlungsunfähigen KirchMedia wollen sich die Gläubigerbanken Branchenkreisen zufolge am kommenden Freitag treffen und die weitere Vorgehensweise festlegen. Möglicherweise würden in diesem Zuge auch Investmentbanken mit der Suche nach Investoren beauftragt, hieß es.

Reuters FRANKFURT/LONDON. Das neue Management und der Insolvenzverwalter Michael Jaffe kämpften mit der Aufstellung eines Sanierungsplans, hieß es am Dienstag in mit der Situation vertrauten Kreisen. "Wir sind nach wie vor verwirrt und im Moment weiß keiner, wohin die Reise geht." Jaffe und den neu eingesetzen KirchMedia-Geschäftsführern Wolfgang van Betteray und Hans-Joachim Ziems fehle die nötige Erfahrung, um Investoren zu gewinnen und eine Übernahme zu arrangieren.

In Bankenkreisen hieß es unterdessen, ein Insolvenzantrag der Kirch-Dachgesellschaft TaurusHolding stehe wohl unmittelbar bevor. Die Gespräche über die Zukunft des Kirch-PayTV-Senders Premiere dauerten hingegen weiter an. Eine Lösung habe sich bislang nicht herauskristallisiert.

Die Kirch-Gruppe hatte am 8. April für das in der KirchMedia gebündelte Kerngeschäft Insolvenz angemeldet. Zuvor war ein wochenlanger Verhandlungspoker zwischen den Gläubigerbanken Bayerische LandesbankÄBAYLB.ULÜ, HypoVereinsbank, Commerzbank, DZ Bank und den Minderheitsgesellschaftern Rupert Murdoch und Mediaset gescheitert.

Bankenschulden belaufen sich auf rund 1,4 Milliarden Euro

Damals war es um eine kurzfristige Finanzspritze sowie eine Kapitalerhöhung im Gesamtvolumen von rund einer Milliarde Euro gegangen. Die Bankenschulden von KirchMedia belaufen sich auf rund 1,4 Milliarden Euro. In den Branchenkreisen hieß es, nach wie vor sei keiner der Beteiligten bereit, Kredite in Unternehmensanteile umzuwandeln. Deshalb werde die Suche nach neuen Investoren wieder aufgenommen - nun mit der Hilfe von Investmentbanken.

Im Rennen um ein Mandat dafür sind Branchenkreisen zufolge die Investmenttochter der Schweizer UBS , UBS Warburg, JP Morgan und Goldman Sachs. Aus dem Umfeld der Kirch-Gruppe verlautete, die Gespräche hierzu befänden sich im Endstadium. Neben Murdoch und der von Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi kontrollierten Mediaset werden als Interessenten für KirchMedia auch Viacom und Walt Disney sowie private Finanzinvestoren gehandelt.

Premiere-Insolvenz wird kurzfristig nicht erwartet

Im Zuge der Insolvenz von KirchMedia war in den vergangenen Wochen heftig über die Zahlungsunfähigkeit weiterer Kirch-Gesellschaften spekuliert worden. In Bankenkreisen hieß es hierzu am Dienstag, die Zahlungsunfähigkeit des Bezahlsenders Premiere stehe nicht unmittelbar bevor. Der seit Februar amtierende Sender-Chef Georg Kofler sagte in einem Gespräch bei dem Nachrichtensender n-tv, der Pay-TV-Kanal habe zwölf bis 16 Wochen Zeit, um sich neu aufzustellen. In Kirch-Kreisen hieß es, die Aussage des Managers bedeute keineswegs, dass die Liquidität des Senders für eine so lange Spanne ausreiche. Auch die von Kofler ins Spiel gebrachte persönliche Beteiligung an Premiere im einprozentigen Bereich habe keine konkreten Züge und stehe in nächster Zeit auch nicht an. Sowohl Zeitraum als Form seien noch offen.

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