Restrukturierungsplan in Angriff genommen
Ford macht 800 Millionen Dollar Verlust

Der weltweit zweitgrößte Autobauer Ford hält trotz erneuter Millionenverluste in den ersten drei Monaten 2002 am Erreichen der Gewinnschwelle im Gesamtjahr fest. Bereits im zweiten Quartal will der US-Konzern schwarze Zahlen schreiben und dabei sogar die Prognosen der Analysten übertreffen, wie Ford am Mittwoch in Dearborn mitteilte.

Reuters DEARBORN. Ford verbuchte in den ersten drei Monaten 2002 einen Nettoverlust von 800 Millionen Dollar und schrieb damit im vierten Quartal in Folge rote Zahlen. In den ersten drei Monaten 2001 hatte das Unternehmen noch einen Überschuss von mehr als einer Milliarde Dollar ausgewiesen. Allerdings stecken in dem jüngsten Fehlbetrag unter anderem außerordentliche Aufwendungen für Firmenwertabschreibungen in Höhe von 708 Millionen Dollar.

Ohne Berücksichtung einmaliger Kosten und bilanztechnischer Änderungen habe sich der Fehlbetrag im ersten Quartal auf 108 Millionen Dollar oder sechs Cents je Aktie belaufen, teilte Ford weiter mit. Damit übertraf das Unternehmen die Schätzungen von Branchenexperten deutlich, die nach einer Umfrage von Thomson Financial/First Call im Schnitt mit einem Verlust je Aktie von 15 Cents gerechnet hatten. Allerdings reichte die Spanne der Prognosen von drei bis 27 Cents.

Auch im zweiten Quartal will Ford die Erwartungen der Analysten um mindestens neun Cent je Aktie übertreffen, wie es hieß. Die Branchenexperten gingen bisher für die Monate April bis Juni im Schnitt von 14 Cents Gewinn je Ford-Aktie aus. Mit den Prognosen für das Gesamtjahr zeigte sich Ford einverstanden. Die Experten sagen hier bisher elf Cent je Aktie voraus.

Für Analyst David Bradley von JP Morgan Chase lagen die Ford-Zahlen zwar über den Erwartungen, was seiner Ansicht nach aber nicht allzu schwierig gewesen sei. "Der Markt sollte glücklich sein, doch momentan übertrifft jeder die Prognosen", sagte Bradley. Das zweite Quartal sei bei Ford immer stark. Insgesamt sind die Nachrichten für den Analysten zwar positiv, aber auch nicht allzu aufregend.

Der Umsatz schrumpfte den Angaben zufolge im ersten Quartal um sechs Prozent auf 39,86 Milliarden Dollar, wobei der Autoabsatz nur in Nordamerika mit 23,14 Milliarden Dollar leicht unter dem Vorjahreswert lagen. Ford rechnet in diesem Jahr wie der Erzrivale General Motors (GM) - der am Dienstag die Märkte mit einem deutlichen Gewinnzuwachs positiv überrascht hatte - mit starken Verkaufszahlen. Trotz großer Unsicherheiten in der US-Autoindustrie werde mit einer deutlichen Verbesserung des konjunkturellen Umfeldes gerechnet, hieß es.

Fast 5,5 Milliarden Dollar Verluste hatte Ford vergangenes Jahr verbucht, in denen allerdings mehr als vier Milliarden Dollar Restrukturierungsaufwendungen enthalten waren. Ford hatte angesichts sinkender Marktanteile beziehungsweise eines dramatischen Preisverfalls im vergangenen Jahr eine weit reichende Streichung von Kosten und Arbeitsplätzen angekündigt. Dies soll den Konzern in diesem Jahr wieder in die schwarzen Zahlen und spätestens zur Mitte des Jahrzehnts wieder zur alten Profitabilität bringen.

Die US-Autobauer hatten sich im vergangenen Jahr durch einen beinahe ruinösen Preiswettbewerb selbst das Leben schwer gemacht und gegenseitig in die roten Zahlen getrieben beziehungsweise Marktanteile abgejagt. Extrem hohe Kundenanreizprogramme wie Null-Zins-Kredite drückten empfindlich auf die Margen. Neben Ford rutschte auch die Daimler-Tochter Chrysler in die roten Zahlen. Einzig Branchenprimus GM wies einen Gewinn aus.

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