Restrukturierungsplan wird heute vorgestellt
Drastische Maßnahmen bei Ford

Nach dem US-Autohersteller General Motors (GM) wird Gewerkschaftsangaben zufolge am Freitag auch der US-Autokonzern Ford die Streichung tausender von Stellen bekannt geben. Ford wolle seine weltweite Produktion um eine Million Fahrzeuge reduzieren und bis zu fünf Montagewerke schließen, hieß es übereinstimmend aus Gewerkschafts- und aus unternehmensnahen Kreisen.

rtr DETROIT. "Ihr Argument ist, dass sie eine Million Einheiten kürzen müssen, und jeder weiß, das bedeutet eine Menge Arbeitsplätze", sagte der Vorsitzende der kanadischen Autobauer-Gewerkschaft CAW, Buzz Hargrove, in der Nacht zum Freitag nach einem Treffen mit führenden Ford-Managern. Der Konzern wollte am Nachmittag gegen 15.15 (MEZ) auf einer Analystenkonferenz Einzelheiten zum langerwarteten Restrukturierungsplan präsentieren, der den weltweit zweitgrößten Autohersteller in die Gewinnzone zurückbringen soll.

Hargrove machte keine Angaben zum Umfang des geplanten Stellenabbaus. Der Gewerkschaftschef sagte lediglich, die Reduzierungen seien für die USA, Kanada und Europa geplant. Auch unternehmensnahe Kreise berichteten von geplanten Kapazitätskürzungen in Nordamerika. Ford-Nordamerika-Chef Jim Padilla hatte Anfang der Woche gesagt, Einschnitte bei der Überkapazität seien der Schlüssel zum langfristigen Überleben.

Branchenexperten rechneten zuletzt mit dem Verlust von Arbeitsplätzen in fünfstelliger Höhe bei Ford. Medienberichten zufolge will das Unternehmen in den kommenden zwei Jahren 12 000 von rund 115 000 Stellen in der Produktion streichen. Auch Angestellte müssten um ihre Arbeitsplätze bangen.

Am Vortag hatte bereits der weltweite Branchenprimus GM, der nach Expertenschätzung anders als die schärfsten Konkurrenten Ford und die Daimler-Chrysler-Tochter Chrysler für das vergangene Jahr einen Gewinn ausweisen wird, einen Arbeitsplatzabbau in Nordamerika und Europa angekündigt. Den Plänen zufolge sollen in Nordamerika in diesem Jahr 5670 Angestellten-Jobs gestrichen werden, das sind zehn Prozent der Stellen in diesem Bereich. Außerdem hatte GM eine Schrumpfung des gesamten Automarktes in den USA und Europa vorhergesagt.

Der Tarifvertrag zwischen Ford und der mächtigen Gewerkschaft United Auto Workers Union, der noch bis September 2003 läuft, steht zwar bislang noch der Schließung von Werken entgegen. Branchenkenner gehen jedoch davon aus, dass Ford nach Auslaufen der Verträge mehrere Montagewerke aufs Korn nehmen wird, darunter Anlagen in Edison, New Jersey und Oakville. Das Unternehmen hatte 2001 zum ersten Mal nach 1992 wieder rote Zahlen geschrieben und im Jahr 2000 weltweit 7,4 Mill. Fahrzeuge produziert.

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