Rettung der Kirch-Gruppe: Premiere-Sender auf dem Prüfstand
Premiere-Mitarbeiter fürchten um ihren Job

Bei den Arbeitnehmern des defizitären PayTV-Senders Premiere wächst die Angst vor einem massiven Stellenabbau oder sogar der Schließung des Senders.

Reuters MÜNCHEN. "Die Mitarbeiter sind zunehmend besorgt, dass es zu einem massiven Stellenabbau kommt und dass die Interessen der Beschäftigten keine Beachtung finden", sagte Steffen Schmidt, Projektleiter für den Medienstandort München der connexx.av, einem Ableger der Gewerkschaft verdi für die Neuen Medien, am Montag.

Der Sender Premiere, der zur hoch verschuldeten Kirch-Gruppe gehört, hat bisher nur den Abbau von rund 270 Mitarbeitern bei den Call Centern angekündigt. In der Branche wird aber ein Stellenabbau von bis zu einem Drittel der 2400 Mitarbeiter befürchtet und auch eine Einstellung des Senders nicht ausgeschlossen. Bei Premiere war niemand zu einem Kommentar zu erreichen.

Der neue Premiere-Chef Georg Kofler hatte einen rigorosen Sparkurs angekündigt, mit dem er den Sender in knapp zwei Jahren in die schwarzen Zahlen bringen will. Kirch nahen Kreisen zufolge benötigt er bis dahin aber eine Finanzspritze im hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Darüber verhandelt er mit den Premiere-Gesellschaftern und den Gläubigerbanken.

Schlechte Erfahrungen hätten die Arbeitnehmer schon bei den Verhandlungen über einen Sozialplan für die rund 120 Mitarbeiter des vor der Schließung stehenden Premiere-Call-Centers in München gemacht, sagte Schmidt. Die Verhandlungen zwischen Kirch und den Arbeitnehmern seien für gescheitert erklärt worden und würden nun von der Einigungsstelle mit einem unparteiischen Vorsitzenden fortgeführt. "Das gibt einen schalen Vorgeschmack, was die Premiere-Mitarbeiter zu erwarten haben", sagte Schmidt. Anders als bei der ASG gibt es bei Premiere keinen Betriebsrat.

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