Rettungsaktion
Besatzung der "Magdalena Oldendorff" optimistisch

Die an Bord der "Magdalena Oldendorff" im Packeis der Antarktis festsitzenden Wissenschaftler und Seeleute befinden sich nach eigenen Angaben nicht in unmittelbarer Gefahr.

Reuters KAPSTADT. "Wir haben zur Zeit nicht wirklich ausreichend Vorräte, aber wenn wir sie rationieren, gehe ich nicht davon aus, dass irgend jemand hungern muss", sagte der stellvertretende Chef der russischen Antarktis-Expedition am Samstag dem Nachrichtensender NTV in Moskau über Satellitentelefon. Die Eisverhältnisse ließen aber nicht zu, dass sich das Versorgungsschiff mit eigener Kraft befreie.

Das Schiff sitzt den Angaben zufolge rund 4 100 Kilometer südwestlich von Kapstadt im antarktischen Eis fest. Die staatliche russische Forschungsagentur charterte die "Magdalena Oldendorff" nach Angaben der Lübecker Reederei Oldendorff Carriers als Versorger für russische Stationen im Südpolargebiet.

Nach Angaben der Organisatoren der in Südafrika vorbereiteten Rettungsaktion reichten die Lebensmittel- und Treibstoffvorräte an Bord noch mindestens 20 Tage. Dennoch müssten die Rettungsmaßnahmen beschleunigt werden, bevor das Wetter eine Expedition unmöglich mache, und die mehr als 79 russischen Wissenschaftler und 28 Seeleute an Bord keine Nahrungsmittel mehr hätten. Das südafrikanische Forschungsschiff "Agulhas" soll südafrikanischen Militärangaben zufolge die "Magdalena Oldendorff" retten. Ein argentinischer Eisbrecher werde der "Agulhas" den Weg bahnen, und die Besatzung mit Hubschraubern evakuieren, sagte der Sprecher des südafrikanischen Verteidigungsministeriums, Oberst Piet Paxton, am Samstag.

Am Sonntag breche die "Agulhas" auf und werde sich rund 250 Seemeilen (rund 460 Kilometer) von dem deutschen Schiff entfernt bei der Insel Gough im Südatlantik mit einem argentinischen Eisbrecher treffen, sagte Paxton. Bis dahin brauche das Schiff bei guten Bedingungen mindestens fünf Tage. Insgesamt könnte die Rettungsmission bis zu 30 Tagen dauern. Die "Agulhas" hat zwar einen verstärkten Rumpf, kann sich jedoch nicht allein einen Weg durch das Eis bahnen.

Zwei Hubschrauber im Einsatz

Zur Rettung sollen den Angaben nach zwei Hubschrauber vom Typ "Oryx" eingesetzt werden. Unter den arktischen Bedingungen können sie nach Paxtons Angaben weniger Last aufnehmen als gewöhnlich. Nur 18 Personen könnten gleichzeitig transportiert werden, sagte er. Auf der "Magdalena Oldendorff" solle eine Minimalbesatzung zurückbleiben.

Nach Angaben der deutschen Reederei besteht keine Gefahr für die Mannschaft. "Wir haben eine stabile Situation an Bord", sagte Reedereisprecher Peter Bagh am Samstag. "Je nach Lage wird noch entschieden werden, ob wir Schiff und Besatzung freibekommen, eine Restcrew auf dem Schiff zurücklassen oder auch die gesamte Besatzung dort lassen. Seiner Einschätzung nach könnten auch alle auf dem Schiff überwintern. "Die Vorräte an Bord reichen mehrere Monate", sagte Bagh. Die Entscheidung falle zusammen mit der russischen Leitung der Expedition.

Die 1921 gegründete Reederei Oldendorff Carriers ist weltweit mit derzeit 170 Schiffen im Einsatz, vor allem im Containertransport. Die Reederei, zu der auch die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft zählt, hat nach eigenen Angaben 3 300 Beschäftigte in 66 Ländern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%