Rettungsaktion mit Banken
LTU-Pleite abgewendet

Die drohende Pleite des zweitgrößten deutschen Ferienfliegers LTU ist durch eine Rettungsaktion von Anteilseignern und Banken in letzter Minute abgewendet worden. Der Airline- Mitgesellschafter Rewe werde zusätzliches Eigenkapital geben, teilte die Staatskanzlei in Düsseldorf nach einem vierstündigen Krisentreffen am Samstag mit.

dpa DÜSSELDORF. Die Stadtsparkasse Düsseldorf sei bereit, den bisher von der gestrandeten Swissair gehaltenen Anteil an der LTU-Airline in Höhe von 49,9 % treuhänderisch bis zum Einstieg eines Langzeitinvestors zu übernehmen. Nordrhein-Westfalens Landesregierung selbst stellte eine Landesbürgschaft in Aussicht.

Der Düsseldorfer Ferienfluggesellschaft LTU drohte im Sog ihres zahlungsunfähigen Hauptgesellschafters Swissair ebenfalls die Pleite und der Entzug der Fluglizenz. Wie im Unternehmensumfeld verlautete, hätte die LTU-Geschäftsführung ohne Rettungsaktion bereits Mitte der kommenden Woche den Gang zum Insolvenzrichter antreten müssen. Die Swissair sollte die auflaufenden Verluste der LTU ausgleichen sowie die Modernisierung der Flotte mittragen. Presseberichten zufolge benötigt die LTU-Airline vorerst etwa 170 Mill. DM. Aber auch im kommenden Jahr wird das Düsseldorfer Unternehmen, das als Pionier der deutschen Flugpauschalreise gilt, noch in der Verlustzone sein.

Die Ergebnisse des Krisengipfels wurden von dem Unternehmen als ein Durchbruch bewertet: "Die LTU ist jetzt für einen ausreichenden Zeitraum mit Finanzmitteln ausgestattet worden", sagte ein Sprecher der Airline. Es gebe genügend Zeit, um in Ruhe nach einem geeigneten Langzeitinvestor zu suchen. Voraussetzung für diese Rettungsaktion waren finanzielle Opfer der rund 2 300 Mitarbeiter in Millionenhöhe. So wurde das Gehalt des Boden- und Kabinenpersonals um fünf Prozent gesenkt. Die Piloten bekommen zehn Prozent weniger Gehalt. Die LTU - Airline will in den nächsten drei Jahren bei Personal- und Sachkosten insgesamt 350 Mill. DM einsparen und ab 2004 Gewinne einfliegen.

Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) zeigte sich überzeugt, dass eine dauerhafte Sicherung der LTU möglich ist. Diese Ansicht hätten auch die anderen Gesprächsteilnehmer vertreten. Für dieses Ziel seien nun weitere Anstrengungen zu unternehmen. Presseberichten zufolge soll der Flughafen Düsseldorf der Airline bei den Gebühren entgegen kommen. Jeder fünfte Flugpassagier in Düsseldorf steigt in eine LTU-Maschine ein. Unterdessen signalisierte die SPD-Fraktion im Landtag Unterstützung für eine Landesbürgschaft. Voraussetzung dafür sei ein tragfähiges Konzept, sagte Fraktionschef Edgar Moron. Mit der LTU-Airline seien direkt und indirekt 6 000 Arbeitsplätze gefährdet.

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