Rettungskonzept fehlt - Entscheidung für Dienstag erwartet
Sabena steht vor dem Aus

Einen Monat nach dem Zusammenbruch ihrer Schweizer Muttergesellschaft Swissair steht auch die belgische Fluggesellschaft Sabena offenbar kurz vor einem zumindest vorübergehenden Stopp des Flugbetriebes.

afp BRÜSSEL/ZÜRICH. Der Sabena-Verwaltungsrat werde am Dienstagabend "eine sehr wichtige Entscheidung treffen", sagte ein Insider, der ungenannt bleiben wollte, am Montag in Brüssel. "Eine der Folgen wird die Aussetzung sämtlicher Sabena-Flüge Dienstagnacht und Mittwoch sein." Das von Insolvenz bedrohte Unternehmen kann nach Angaben eines Firmensprechers kurz vor dem entscheidenden Termin beim Brüsseler Handelsgericht immer noch kein Rettungskonzept vorlegen.

Medienangaben zufolge prüft Sabena einen Neuaufbau um die Regionalflugtochter Delta Air Transport (DAT). Die Umstände eines solchen Sanierungsplans dürften indes die Brüsseler EU-Kommission interessieren, die das Vorhaben genau unter die Lupe nehmen würde. Auch Swissair will sich um die bisherige Tochterfirma Crossair neu aufbauen. Die auf Informatik-Dienstleistungen für die Luftfahrt spezialisierte Swissair-Tochter Atraxis gab am Montagabend in Zürich bekannt, dass sie vom texanischen Konkurrenten EDS übernommen werden soll. Einzelheiten des am selben Tage ausgehandelten Kaufvertrages wurden zunächst nicht bekannt.

Bei der mit 50,5 % mehrheitlich im belgischen Staatsbesitz stehenden Sabena werde "Tag und Nacht" an einem Sanierungsplan gearbeitet, sagte ein Unternehmenssprecher. Für den Gerichtstermin am Donnerstag hat das Unternehmen aber kein Konzept vorzuweisen; damit droht die endgültige Pleite. Einem Eingeweihten zufolge will Sabena möglichst rasch zumindest einige der am Mittwoch eingestellten Verbindungen wieder aufnehmen. Ab wann dies der Fall sein könnte, war demnach zunächst unklar.

Für die belgische Fluggesellschaft habe die letzte Woche begonnen, schrieb "La Libre Belgique". Das Unternehmen, das bis Monatsende unter Gläubigerschutz steht, könnte demnach am Dienstag in die Insolvenz gehen. Ein Verwalter würde dann im Rahmen der Abwicklung der Gesellschaft ab Mittwoch Käufer zumindest für Teile von Sabena suchen. Für möglich gehalten wird der direkte Verlust von etwa 6 000 Arbeitsplätzen. Diese Zahl könne sich erhöhen, wenn keine Auffanggesellschaft gegründet wird, die Teile des Geschäfts weiterführt.

Die ohnehin angeschlagene Sabena war zusätzlich unter Druck gekommen, nachdem Swissair selber ins Trudeln geraten war. Das Schweizer Unternehmen konnte selbst Anfang Oktober vorübergehend kein Flugbenzin und keine Startgebühren zahlen, zugesagte Hilfszahlungen an Sabena blieben aus. Interesse an einem Teil des Sabena-Geschäfts hat Virgin Express, die zweite belgische Linie. Die Verhandlungen darüber seien im Gange, hieß es.

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