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Rettungskräfte schließen Suche in Taba ab

Drei Tage nach den Bombenanschlägen auf Urlauber in Ägypten haben Rettungskräfte am Sonntag die Suche nach Opfern in den Trümmern des „Hilton Taba“ weitgehend abgeschlossen.

dpa TEL AVIV/KAIRO. Drei Tage nach den Bombenanschlägen auf Urlauber in Ägypten haben Rettungskräfte am Sonntag die Suche nach Opfern in den Trümmern des "Hilton Taba" weitgehend abgeschlossen.

Die Bergungsteams gehen davon aus, dass keine weiteren Leichen unter dem Schutt begraben sind, wie israelische Medien berichteten. Die Zahl der Toten wurde von ägyptischer Seite mit 34 angegeben. Der Anteil der Israelis lag mit zwölf sicher identifizierten Toten niedriger als zu Beginn angenommen.

Laut Angaben aus Kairo sind mindestens neun der Toten Ägypter. Bei dem Rest handele es sich um Angehörige anderer Nationalitäten sowie bislang nicht identifizierte Leichen. Die Zahl der Verletzten wurde von ägyptischer Seite mit 105, von israelischer mit 124 angegeben. Die meisten von ihnen wurden in israelischen Krankenhäusern behandelt.

Forensische Experten in Israel identifizierten am Sonntag sechs Leichen, darunter die Überreste einer 43-jährigen Mutter und ihrer beiden Söhne im Alter von drei und elf Jahren. Die Leiche des Kleinkindes wurde nach israelischen Medienberichten in einer Kiste von Rettungsarbeitern über die Grenze geschmuggelt, weil Ägypten nur die Überführung sicher identifizierter Leichen erlauben wollte.

Israel forderte seine an der Sinai-Küste verbliebenen Staatsangehörigen am Wochenende nachdrücklich zur Heimreise auf und warnte vor weiteren Anschlägen. Staatspräsident Mosche Katzav rief die israelischen Touristen am Sonntag zur Abreise auf. Bereits am Vortag hatte der Chef der Einheit zur Terrorbekämpfung, Dan Arditi, dazu gedrängt.

Der folgenschwerste Anschlag mit einer Autobombe hatte sich am Donnerstagabend gegen das Hilton-Hotel im Badeort Taba unmittelbar an der ägyptisch-israelischen Grenze ereignet. Zwei weitere Anschläge wurden auf zwei Feriencamps bei Nuweiba weiter südlich an der Sinaiküste verübt. Tausende israelischer Urlauber hatten direkt nach den Bombenanschlägen die Halbinsel fluchtartig verlassen.

Die Urheberschaft der Anschläge blieb auch am Wochenende rätselhaft. Die Tageszeitung "Al-Ahram" berichtete in ihrer Sonntagausgabe, die ägyptische Polizei habe einen Beduinen festgenommen. Er werde verdächtigt, den für die Anschläge verantwortlichen Terroristen Sprengstoff verkauft zu haben. Kreise im ägyptischen Innenministerium hatten am Samstag bestätigt, dass rund 20 Beduinen vernommen wurden. Die meisten von ihnen seien nach den Befragungen freigelassen worden.

Israel geht davon aus, dass die Anschläge auf das Konto des Terrornetzes El Kaida gehen. Ein Sprecher des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak sagte, es sei "verfrüht", solche Schlussfolgerungen zu ziehen. Die radikal-islamische ägyptische Untergrundorganisation Gamaa Islamija hat sich inzwischen von den Anschlägen distanziert. Diese hätten "jeder rechtmäßigen Basis" entbehrt, hieß es in einem Kommunique der Organisation, das am Sonntag von ägyptischen Zeitungen zitiert wurde. Gamaa Islamija hatte 1997 einen Anschlag vor einem Tempel in Luxor verübt, bei dem 58 Touristen getötet wurden.

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