Rettungskräfte suchen weiter nach Verschütteten
Explosion in Altenheim fordert acht Todesopfer

Reuters BREMEN. Bei der Explosion in einem Bremer Altenheim sind mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Die Rettungskräfte bargen in den Trümmern bis zum Dienstagnachmittag die Leichen von drei Männern und vier Frauen. Eine weitere Tote lag nach Angaben von Feuerwehr-Einsatzleiter Karl-Heinz Knorr noch unter den Trümmern. Bis zu vier Bewohner des von der Heilsarmee betriebenen Hauses wurden noch vermisst. "Die Wahrscheinlichkeit, weitere Verschüttete lebend zu bergen, ist aber fast Null", sagte Knorr. Auch mehr als 24 Stunden nach der Explosion konnten die Rettungskräfte nur sehr vorsichtig vorgehen, um mögliche Überlebende nicht zu gefährden. Die Bergungsarbeiten würden noch bis Mittwoch dauern, hieß es.

"Solange nicht jeder Stein umgedreht ist, müssen wir von weiteren Opfern ausgehen", sagte Knorr weiter. Die ersten vier Toten waren in der Nacht zum Dienstag entdeckt worden, darunter zwei 72 Jahre alte Männer und eine 61-jährige Frau. Das vierstöckige Haus in der Bremer Neustadt war am Montagvormittag vermutlich durch eine Gasexplosion weitgehend zerstört worden. Auch Dutzende Fensterscheiben in der Umgebung waren unter der Druckwelle zersprungen. Ein Mann und eine Frau, die bei der Explosion verschüttet worden waren, hatten mit einem Handy Kontakt zu den Rettungskräften aufgenommen und wurden am Abend gerettet. 21 Menschen wurden meist durch Glassplitter leicht verletzt.

Als wahrscheinliche Ursache des Unglücks galt bei Polizei und Feuerwehr eine Gasexplosion. Die Polizei habe ein teilweise beschädigtes Stück eines Verbindungsrohres zwischen der Gashauptleitung und dem Haus sicher gestellt, bestätigte ein Sprecher. Knorr sagte, es weise alles darauf hin, dass im Keller eine große Menge Gas ausgeströmt sei, das sich dann entzündet habe. Dafür genüge das Betätigen eines Schalters, sagte der Feuerwehr-Einsatzleiter. Die Druckwellen hätten sich unterschiedlich ausgebreitet. "Wir haben zwei Straßen weiter noch Zimmer gefunden, die waren total verwüstet", sagte Knorr. Bei einer Begehung durch Statiker seien in 40 Wohnungen Schäden ermittelt worden. Mehrere direkt an das Altenheim angrenzende Häuser seien ebenfalls nicht bewohnbar.

Mehr als 100 Kräfte von Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk waren auch am Dienstag den ganzen Tag über im Einsatz. Auf der Straße vor dem Altenheim türmte sich inzwischen ein riesiger Schuttberg aus Mauerresten und Betonteilen. "Es wird alles behutsam von Hand abgetragen, weil womöglich noch Menschen unter den Trümmern sind. Dann erst kommen Bagger und anderes Räumgerät zum Einsatz", sagte ein Polizeisprecher. Im Laufe des Tages erreichten die Rettungskräfte den ersten Kellerraum, in dem sich aber niemand befand. Wegen Einsturzgefahr müsse jede Kellerwand gesichert werden, sagte der Polizeisprecher.

Das Haus sei in den 60-er Jahren als Altenheim für betreutes Wohnen gebaut worden, sagte Lothar Ernst vom Liegenschaftsamt der Heilsarmee. Dort hätten Menschen im Alter zwischen 60 und 80 Jahren gelebt. Viele Leichtverletzte seien bei Verwandten und Bekannten untergekommen.

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