Rettungsplan für Mobilcom beschlossen: Rekordverlust bei France Télécom erwartet

Rettungsplan für Mobilcom beschlossen
Rekordverlust bei France Télécom erwartet

Der hochverschuldete französische Telekomkonzern France Télécom erwartet nach Presseberichten für 2002 einen Rekord- Verlust von etwa 20 Milliarden Euro. Dieser Verlust liegt noch beträchtlich über dem Minus des Vorjahres von 8,3 Milliarden Euro.

HB/dpa PARIS. Der erwartete Verlust für 2002 wurde nach Angaben der französischen Wirtschaftszeitung "Les Echos" (Dienstagsausgabe) in erster Linie durch Abschreibungen zuvor teuer eingekaufter Beteiligungen verursacht, wie die der Filiale Equant und des italienischen Mobilfunk-Betreibers Wind. Bereits im Vorjahr hatte France Télécom überteuerte Zukäufe während der Hausse-Phase mit dem Rekordbetrag von 10,2 Milliarden Euro abschreiben müssen.

Das operative Ergebnis konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich gesteigert werden. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) habe 2002 knapp unter 15 Milliarden Euro gelegen nach 12,3 Milliarden Euro im Vorjahr, teilte der Konzern auf der Hauptversammlung mit. Bis 2005 solle das Ebitda auf über 20 Milliarden Euro steigen. Am 15. März legt der mit 68 Milliarden Schulden belastete Konzern seine Geschäftszahlen vor.

Die Aktien des Unternehmens brachen am Morgen in Paris um 7,4 Prozent auf 19,32 Euro ein. Der Staat hält einen Anteil von knapp 55 Prozent an France Télécom. Vorstandschef Thierry Breton will den Schuldenberg bis 2005 um etwa 30 Milliarden Euro reduzieren und in den nächsten drei Jahren 22 000 Stellen streichen.

Bei der Hauptversammlung stimmten die Aktionäre einer Kapitalerhöhung von maximal 30 Milliarden Euro zu. Die Aktionäre von France Telecom haben zudem ein Rettungspaket für den angeschlagenen deutschen Mobilfunkanbieter Mobilcom gebilligt. Demzufolge werde France Telecom bis zu 4,85 Milliarden Euro an unbefristeten nachrangigen Anleihen ausgeben, die in Aktien umwandelbar und für die Gläubigerbanken von Mobilcom bestimmt seien, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der französische Telekom-Konzern hält 28,5 Prozent an dem Büdelsdorfer Unternehmen.

Bereits Ende Januar hatten die Mobilcom-Aktionäre ein zwischen France Telecom, der Bundesregierung und mehreren Banken vereinbartes Rettungskonzept gebilligt. 99 Prozent der Anteilseigner stimmten für ein von Ex-Thyssen-Chef Dieter Vogel ausgehandeltes Entschuldungsabkommen, das eine Übernahme der Mobilcom-Schulden im Umfang von 7,1 Milliarden Euro durch France Telecom vorsieht. Zudem soll der französische Konzern 370 Millionen Euro für das Einfrieren der UMTS-Aktivitäten bezahlen. Im Gegenzug zieht sich das Büdelsdorfer Unternehmen aus dem UMTS-Geschäft zurück und verkauft das dazugehörige Netz.

Zudem gewährte ein Bankenkonsortium Mobilcom einen Kredit über 162 Millionen Euro, für den die Bundesregierung bürgt. Davon sind den Angaben nach bislang 95 Millionen Euro gezogen.

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