Revision
Bundesgerichtshof verhandelt über Hetzjagd-Urteil

Knapp zwei Jahre nach dem so genannten Hetzjagd-Urteil beschäftigt der Tod des Asylbewerbers Farid Guendoul erneut die Justiz. Der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) in Leipzig will an diesem Mittwoch entscheiden, ob das Verfahren neu aufgerollt werden muss.

dpa LEIPZIG/COTTBUS. Der Algerier war im brandenburgischen Guben auf der Flucht vor seinen Angreifern durch eine Glastür gesprungen und hatte sich tödlich verletzt. Das Landgericht Cottbus hatte danach im November 2000 acht von elf Angeklagten wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.

Die Angeklagten aus der rechten Szene hatten am 13. Februar 1999 drei afrikanische Asylbewerber durch die Straßen der deutsch- polnischen Grenzstadt Guben gehetzt. Bei seinem Sprung durch die Haustür zog sich der 28-Jährige an der Knie-Schlagader Schnittverletzungen zu und verblutete. Das Landgericht Cottbus verurteilte die elf Angeklagten im Alter von damals 18 bis 21 Jahren zu Jugendstrafen bis drei Jahren. Drei davon erhielten keine Bewährung. Bei acht Angeklagten gingen die Richter von einer Mitverantwortung für den Tod des Algeriers aus.

Gegen das Urteil legten fast alle Verurteilten Revision ein. Ein Teil der heute 20 bis 23 Jahre alten Angeklagten führt dabei an, ihnen sei der Tod des Opfers nicht zuzurechnen. Ziel ist ein niedriges Strafmaß. Die Nebenkläger, darunter der Bruder des Opfers, hoffen dagegen bei erfolgreicher Revision auf eine neue Wertung des Falles und damit höhere Strafen. Der BGH muss nun entscheiden, ob die Anträge begründet sind und der Fall neu verhandelt werden muss.

Az: fünf StR 42/02

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