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Revolution auf holländisch

Jacq Van Roij ist ein typischer Vertreter seines Landes: "Ich bin Holländer, ich verkaufe Ihnen alles." Und so versuchte der Chef der Autop Deutschland GmbH aus Düsseldorf gestern auch einer Hand voll Journalisten zu verkaufen, dass sein Unternehmen den Markt für Auto-Leasing revolutionieren wird.

Große Worte eines in Deutschland kleinen Unternehmens: Rund 120 Mill. DM Umsatz macht Autop bisher hierzulande, das Internet soll dies verdoppeln, verkündet Van Roij. Mit 42 Jahren gehört er zu den gestandenen Managern und begeistert sich - wie so viele Entscheider in seinem Alter - für die Tugenden der New Economy. Eine halbe Stunde schwadronierte er gestern über die umwälzende Kraft des World Wide Web, über die Pflicht, neu zu lernen und die Zukunft des Unternehmertums.

Und dann erklärte er endlich was sein Unternehmen nun tun will. Auf der Netz-Seite www.autopnet.de sollen Unternehmen ihr Autoflottenmanagement selbst betreiben. Der Fuhrparkmanager kann dazu für jeden, dem ein neuer Dienstwagen zusteht, einen Rahmen vorgeben, innerhalb dessen der Mitarbeiter sein Auto zusammenstellen darf. Eine Vereinfachung - keine Frage. Aber eine Revolution?

Auch wenn Von Roij seine New-Economy-Manager-Floskeln gut gelernt hat ("Man muss ins Internet, sonst verschwindet man vom Markt.") - das Ganze ist nicht mehr als eine interessante Datenbanklösung, die mit ein wenig Aufwand nachbaubar ist.

Insgeheim weiß das wohl auch der Web-euphorisierte Niederländer. Denn schon kündigt er an, seine Software auch vor dem Verband der unabhängigen Leasing-Anbieter zu präsentieren. Warum? Natürlich könne man über den Verkauf des Programms reden, erklärt Van Roij. Eine Revolution ist das zwar nicht - aber immerhin ein sauberes Geschäftskonzept.

Thomas Knüwer
Thomas Knüwer
Handelsblatt / Reporter
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