Rewe erwägt Hilfe für Mediengruppe
Gipfeltreffen der Gläubiger-Banken zur Kirch-Rettung

Die Vorstände der großen Gläubiger-Banken treffen sich am Donnerstag in der Firmenzentrale von Leo Kirch im Münchener Vorort Ismaning. Dort soll über den Umbau der angeschlagenen Medien-Gruppe beraten werden.

agr/jojo/rob KÖLN/MÜNCHEN. Die Elefanten-Runde wird auch darüber verhandeln, was mit dem 40-Prozent-Anteil der Kirch-Gruppe an der Axel Springer Verlag AG geschieht. Die Hypo-Vereinsbank (HVB) hat angeboten, das Paket gemeinsam mit der Dresdner Bank für rund 1 Mrd. Euro zu übernehmen.

Nach Informationen aus Frankfurter Bankenkreisen werden sich die beiden Institute das Paket je zur Hälfte teilen. An wen die Banken die Aktien später abgeben wollen, ist nicht bekannt. Denkbar ist die Gründung eines Fonds, von dem Anteile verkauft werden könnten. Die Aktien direkt an der Börse zu platzieren ist schwierig, da es sich um vinkulierte Namensaktien handelt. Dabei hat Mehrheitseignerin Friede Springer ein Mitspracherecht, wer die Papiere erwerben darf.

In München hieß es, dass Kirch Alternativen zu dem Banken-Deal prüfe und eine weitere Lösung der aktuellen finanziellen Schwierigkeiten möglich sei. Es sei allerdings unwahrscheinlich, dass es für das Springer-Paket eine regelrechte Auktion geben werde, sagten Banker. Bislang gibt es aber offenbar noch kein weiteres konkretes Angebot.

Unterstützung bekommt Kirch unterdessen von der Kölner Rewe-Gruppe. Europas drittgrößter Handelskonzern hält eine Beteiligung von knapp 6 % an der Kirch-Gruppe. "Wenn wir helfen können, dann werden wir dies tun", sagte Rewe-Chef Hans Reischl in Köln. In solch ernsten Situationen müsse man Freunden beistehen. Und Rewe gehöre zu den Freunden des Hauses Kirch, betonte Reischl. Es wäre ein völlig falsches Signal, wenn Rewe jetzt nervös würde. Reischl ist stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender von Kirch Media, in der das Kerngeschäft von Kirch gebündelt ist.

"Wir werden unsere Beteiligung bestimmt nicht verkaufen", unterstrich der Rewe-Chef. Es gebe keinerlei Handlungsbedarf. Doch gibt es auch keine Pläne, die Beteiligung aufzustocken. Das Unternehmen habe eine hochwertige Substanz und sei in der Lage, auch kurzfristig die Krise zu bewältigen.

Kirch ist mit rund 6 Mrd. Euro verschuldet. Auslöser der aktuellen Krise ist eine kurzfristige Forderung von Springer über knapp 770 Mill. Euro. Darüber hinaus stehen weitere Milliarden-Forderungen in Kürze an.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%