Rewe wird Beteiligung nicht ausbauen
LTU kämpft ums Überleben

Die Charterfluggesellschaft LTU Lufttransport GmbH-Unternehmen & Co KG, Düsseldorf, kämpft nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (Montagausgabe) ums Überleben. Unter Bezug auf unternehmensnahe Kreise heißt es, die Zahlungsfähigkeit reiche noch bis Mitte November.

rtr/vwd DÜSSELDORF/HAMBURG. Für LTU sei die Lage besonders dramatisch, weil Anteileigner Rewe keine zusätzliche Hilfe in Aussicht stelle. "Rewe hat sich nicht über das bisherige Maß hinaus beteiligt und wird dies auch nicht tun", wird Hans Reischl, Chef der Kölner Handels- und Tourismusgruppe, zitiert. Um die Bonität von LTU zu garantieren, halte Reischl eine Bürgschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Höhe von 300 Mill. DM für notwendig.

"Das Überleben von LTU hängt von der Landesbürgschaft und anderen Krediten ab", sagte er. Ein solcher Schritt müsste von der EU genehmigt werden. Vertreter des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums führten bei der Generaldirektion für Transport und Verkehr in Brüssel bereits Gespräche. LTU hat nach eigenen Angaben alle Unterlagen für einen Bürgschaftsantrag zur Verfügung gestellt.

Rewe ist mit 40 % Anteil zweitgrößter LTU-Gesellschafter nach der Swissair, die 49,9 % hält. Für den Anteil der Schweizer Fluglinie, die unter Nachlassverwaltung steht, wird ein neuer Investor gesucht, der die anteiligen Verluste der LTU in seine Bilanz aufnehmen kann. Eine Übernahme des Swissair-Anteils durch Branchenfremde aus rein steuerlichen Gründen schloss Reischl aus.

LTU-Sprecher Marco Dadomo bestätigte, dass sich Deutschlands zweitgrößter Ferienflieger LTU in einer angespannten Finanzlage befindet: "Die Finanzlage ist angespannt. Das heißt aber nicht, dass es in den nächsten Tagen zu einem Stillstand kommt". Berichte über Liquiditätsengpässe wollte er nicht kommentieren. Nach Angaben aus Branchenkreisen ist für Freitag zur Klärung der Finanzlage bei der LTU ein Spitzengespräch zwischen Banken und dem Land geplant.

Der LTU-Sprecher bestätigte, Gespräche mit dem Reiseveranstalter TUI über einen Ausbau des Fluggeschäfts auf der Mittelstrecke zu führen. Bisher ist die LTU für die TUI der Hauptcarrier auf der Langstrecke. Die WestLB lehnte einen Kommentar zu Berichten ab, die Bank habe der LTU die Kreditlinie gekürzt. "Zu Kundenbeziehungen nehmen wir keine Stellung", sagte der Sprecher. Aus Bankenkreisen hieß es ergänzend, die Kreditlinie der WestLB für den Ferienflieger sei "ganz schmal".

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