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Rezessionsängste

Eine Woche mit einem rabenschwarzem Mittwoch an der Nasdaq.

Am Dienstag drängte die Sitzung der US-Notenbank alles andere in den Hintergrund. Der Ausschuss, der sich ungefähr einmal im Monat zusammensetzt und über die Höhe der wichtigsten Zinssätze berät, hat die Börse überrascht. Nicht etwa mit der Höhe des Leitzinses, die erwartungsgemäß unverändert bei sechseinhalb Prozent blieb. Nein, die Haltung, die die Notenbank zur Wirtschaft einnimmt, verblüffte die Investoren. Seit Anfang des Jahres betonte Alan Greenspan, der Präsident der US-Notenbank, immer wieder, dass er Inflationsgefahren sehe. Die Wirtschaft lief in den vergangenen Quartalen heiß und trieb somit auch die Preise an. Nun aber wurde anscheinend das erreicht, was Greenspan erreichen wollte. Es wird nicht nur einen Gang zurück geschaltet, sondern die Notenbank ist kurz davor, den Rückwartsgang einzulegen. Rezession ist das Gespenst, das nun umgeht: ein nachlassendes Wirtschaftswachstum. Dow Jones-Index und Nasdaq gaben nach diesen Meldungen innerhalb von Minuten deutlich nach. Die Technologiebörse Nasdaq, die zuvor noch satte Zugewinne verbuchte, rutschte ins Minus.



Der darauffolgende Mittwoch stellte sich als ein rabenschwarzer Tag für New Yorks Börsen dar. Und immer wenn Investoren in letzter Zeit dachten, nun könne es wirklich nicht weiter nach unten gehen, dann rutschten die Kursbarometer doch noch einmal drastisch nach unten. Angetrieben von zahlreichen Umsatz- oder Gewinnwarnungen. Im Wochenvergleich gab der Nasdaq Index fünf Prozent nach. Der Dow Jones-Index stieg im um zwei Prozent.



Brokerhäuser, die Aktien unter die Lupe nehmen, haben in dieser Woche reihenweise die Aktie abgestuft, die sonst als Börsenzugpferde fungierten. Für den gesamten Technologiebereich hagelte es negative Kritik.



Die Übernahme des Mobilfunkanbieters VoiceStream durch die Deutsche Telekom steht nicht mehr auf ganz so sicheren Beinen. Nachdem die Telekom die magische Marke von 33 Euro unterschritten hat, ist nun auch der Kauf des US-amerikanischen Unternehmens in Frage gestellt. Grund dafür ist eine Klausel im Kaufvertrag, nach der VoiceStream von der getroffenen Vereinbarung zurück treten kann, wenn der Kurs der Deutschen Telekom unter 33 Euro fällt. Diese Marke muss allerdings an mehreren Tagen unterschritten werden - und das im Zeitraum bis kurz vor der endgültigen Übernahme. Damit wird erst im späten Frühjahr 2001 gerechnet. Wird VoiceStream Verträge neu verhandeln oder werden sie nicht? Zunächst gingen Marktexperten nicht davon aus, das sich VoiceStream gegen den Kauf durch den deutschen Telefonkonzern aussprechen wird. Die Aktie ist insbesondere seit Juli deutlich gefallen und hat seit Jahresanfang fast 30 Prozent verloren. Dann mehrten sich die Stimmen, die das Geschäft als nicht mehr ganz so sicher ansehen.



Im noch anhängigen Gerichtsverfahren, in dem Microsoft schuldig gesprochen wurde, seine marktbeherrschende Stellung missbräuchlich benutzt zu haben, gab es einen kleinen Fortschritt. Am Berufungsgericht hat Microsoft seine schriftliche Argumentation eingereicht. Dabei haben sich die Unternehmensanwälte nicht nur auf Verfahrensfehler berufen, sondern auch Richter Thomas P. Jackson persönlich angegriffen. Die Aktie sackte am Mittwoch auf ein neues Tief. Sie konnte sich dann aber bis Freitag verbessern.

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