Rhein Biotech: Aufträge könnten sich verzögern
Terroranschläge belasten Biotech-Branche

Das Biotechnologie-Unternehmen Rhein Biotech geht davon aus, dass sich in Folge der US-Anschläge einige für das dritte Quartal erwartete Aufträge verzögern könnten. Grundsätzlich sei zu beobachten, dass vor allem hinsichtlich größerer Vertragsabschlüsse eine gewisse Zögerlichkeit bestehe, sagte Rhein-Biotech-Vorstandschef Daan Ellens am Freitag.

Reuters FRANKFURT. Am Vormittag hatte bereits das Biotech-Unternehmen Qiagen seine Ergebnis-Erwartungen für das dritte Quartal wegen eines zeitweisen Ausfalls von Transporten in den USA nach den Anschlägen nach unten korrigiert und damit die Werte des Neuen Marktes auf Tiefststände gedrückt.

"Womöglich gibt es eine leichte Verzögerung bei unseren Vertragsabschlüssen in diesem Quartal", sagte der Vorstandschef des weltweit drittgrößten Impfstoffherstellers gegen Hepatitis B. Das Gesamtjahresziel von 80 Mill. Euro Umsatz werde Rhein Biotech jedoch voraussichtlich erreichen. Das operative Ergebnis werde wohl im Rahmen der Analystenschätzungen zwischen zwölf und 13 Mill. Euro ausfallen.

Qiagen - Weltmarktführer in der für die genetische Forschung essenziellen Aufbereitung von Nukleinsäuren - erwartet nach eigenen Angaben nun für das dritte Quartal einen konsolidierten Umsatz von rund 63 (Vorjahresquartal: 50,8) Mill. $ und einen Gewinn pro Aktie von 0,04 (0,05) $. Analysten hätten zuvor einen Umsatz von 72 Mill. $ und ein Ergebnis je Aktie von 0,06 $ erwartet, sagte Unternehmenssprecherin Solveigh Mähler.

Vor den Anschlägen am Dienstag vergangener Woche sei Qiagen davon ausgegangen, diese Quartalsziele zu erreichen. Im Gesamtjahr würden sich die Einbußen aus dem dritten Quartal bei Umsatz und Ergebnis "leicht bemerkbar" machen. Der Gesamtjahresumsatz werde voraussichtlich bis zu zehn Mill. $ unter den bisherigen Analystenerwartungen von 280 Mill. $ liegen, hieß es. Der Qiagen-Aktienkurs brach in der Spitze an diesem Freitag um 32 % auf ein Jahrestief von 10,10 Euro ein.

Andere Biotechnologie-Unternehmen wie Evotec OAI, GPC Biotech, Girindus oder November sahen keine unmittelbaren Auswirkungen auf ihr Geschäft in Folge der US-Anschläge. Falls es zu militärischen Auseinandersetzungen kommen sollte, sei jedoch die gesamte Branche betroffen, hieß es übereinstimmend.

Unter dem Eindruck des Kurseinbruchs bei Qiagen fiel der Auswahlindex Nemax50 am Freitag zeitweise um mehr als 13 % auf ein Rekordtief von 643 Punkten. In der Folge brach der ganze Biotechsektor des Neuen Marktes um mehr als 15 % ein. Am späten Nachmittag lag der Biotech-Sektor noch mit 7,5 % im Minus.

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