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Rhein Biotech plant Umsatzplus

Das Biotechnologieunternehmen Rhein Biotech rechnet bis 2003 mit einem jährlichen Umsatzwachstum von mindestens 15 %. Bis 2004 oder 2005 solle das Wachstum mit Hilfe neuer Impfstoffprodukte auf 35 % gesteigert werden, sagte Vorstandschef Daan Ellens einem Bericht der "Börsenzeitung" (Freitagausgabe) zufolge.

rtr FRANKFURT. Der Jahresüberschuss 2001 werde ungefähr auf Vorjahresniveau liegen, sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag und verwies darauf, dass bei den acht Mill. ? Gewinn 2000 rund drei Mill. ? außerordentliche Erträge durch den Verkauf einer Tochtergesellschaft an Aventis Pasteur angefallen seien.

Der Aktienkurs der seit Donnerstag im Nemax50 gelisteten Gesellschaft fiel am letzten Handelstag des Jahres 2001 in einem behaupteten Marktumfeld um knapp sechs Prozent auf 70 ?. Analysten begründeten den Kursverlust mit der unter den Erwartungen liegenden Wachstumsprognose. Im Durchschnitt sei ein Umsatzwachstum von um die 20 % geschätzt worden. "Die vom Unternehmen genannten 15 % decken gerade das derzeitige Impfstoffgeschäft ab ohne weitere Aktivitäten oder eventuelle Kooperationen oder neue Produkte", sagte Analystin Christiane Dienhart von der HypoVereinsbank und wertete die Unternehmensprognose als sehr konservativ. Sie erwarte auf Basis eines soliden Basisgeschäftes für die nächsten Jahre eine überdurchschnittliche Ergebnissteigerung.

In den nächsten Jahren wird Rhein Biotech nach Angaben des Unternehmenssprechers sein Wachstum zu einem großen Teil über Fördermittel der internationalen Gemeinschaft zur Erhöhung der Hepatitis-B-Impfabdeckung generieren. Derzeit sind den Angaben zufolge etwa 20 % der Weltbevölkerung gegen Hepatitis B geimpft. Die Weltgesundheitsorganisation WHO will die Impfquote bis 2005 auf 80 % steigern. Bis dahin sollen deshalb nach Informationen von HSBC Trinkaus & Burkhardt über die Globale Allianz für Impfung und Immunisierung (GAVI) Hepatitis-B-Impfstoffe im Wert von rund 500 Mill. bis 1,5 Mrd. Dollar angekauft werden. Rhein Biotech gehört neben GlaxoSmithKline, Merck Corp. und Lucky Goldstar zu den vier von der WHO anerkannten Lieferanten von Hepatitis-B-Impftstoffen. Die GAVI ist eine supranationale Organisation, der unter anderem die WHO, die UNICEF und verschiedene nationale Gesundheitsbehörden angehören.

Das rund 35-prozentige Wachstum ab 2004 soll den Unternehmensangaben zufolge vor allem über neue innovative Produkte generiert werden. Bis 2005 wolle Rhein Biotech in seinen Kernmärkten, den Schwellen- und Entwicklungsländern, einen neuen Kombinationsimpfstoff einführen, sagte der Sprecher. Dieser Impfstoff gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Hirnhautentzündung und Hepatitis B habe ein Marktpotenzial von rund einer Milliarde Euro und wird von Rhein Biotech gemeinsam mit dem amerikanischen Unternehmen Chiron entwickelt. Die Gewinne aus dem Verkauf dieses Impfstoffes würden gleichmäßig aufgeteilt. Nach Einschätzung von HSBC-Analystin Stephanie Philipp wird die Einführung dieses Impfstoffes keinen deutlichen Anstieg der Gewinne nach sich ziehen. "Nur einer der fünf Bestandteile kommt von Rhein Biotech, vier kommen von Chiron. Das muss einen Einfluss auf die Marge haben", sagte Philipp. Hinsichtlich der Innovation des neuen Kombinationsimpfstoffes verwies die Analystin auf Aventis, die bereits seit November 2000 einen Sechsfach-Impfstoff gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Hepatitis B, Grippe und Polio in Europa anbieten würden.

Zur angekündigten Kooperation in den USA sagte der Rhein-Biotech-Sprecher, in den nächsten Wochen sei "definitiv" eine Vereinbarung zu erwarten. Die Partnerschaft werde sich primär auf den Bereich Forschung konzentrieren.

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