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Rheinmetall ist nach Großaktionär-Ausstieg bereit für Heerestechnik-Fusionen

Der Rüstungs- und Autozuliefererkonzern Rheinmetall ist nach dem Ausstieg des Großaktionärs bereit für Fusionen oder Zusammenschlüsse mit einem anderen Waffenhersteller. "Wir verschließen uns einer Konsolidierung in der Heerestechnik nicht.

dpa-afx FRANKFURT. Der Rüstungs- und Autozuliefererkonzern Rheinmetall ist nach dem Ausstieg des Großaktionärs bereit für Fusionen oder Zusammenschlüsse mit einem anderen Waffenhersteller. "Wir verschließen uns einer Konsolidierung in der Heerestechnik nicht. Im Gegenteil, wir sagen klar: Nur mit einer starken nationalen Position sind wir im europäischen Umfeld gut gerüstet", sagte Rheinmetall-Chef Klaus Eberhardt der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS).

Die Möglichkeit einer Übernahme durch einen US-Rüstungskonzern sieht Eberhardt dagegen nicht. Der "Welt am Sonntag" sagte er: "Diese Spekulationen entbehren jeder Grundlage." Nach der angekündigten Trennung der Familie Röchling von Rheinmetall werde sich an der grundsätzlichen Ausrichtung des Rüstungs- und Autozulieferunternehmens nichts ändern.

Die renditeschwache Rüstungs-Sparte steuerte im ersten Halbjahr rund ein Drittel zum Konzernumsatz von 1,62 Mrd. Euro bei. Hauptumsatzträger von Rheinmetall war in den ersten sechs Monaten das Autozuliefer-Segment. Dieser Bereich erwirtschaftete außerdem knapp 85 Prozent des gesamten Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit).

Die Bemühungen Rheinmetalls um eine Fusion im Bereich Heerestechnik stoßen jedoch bei den zwei wichtigsten deutschen Konkurrenten auf wenig Gegenliebe. Ein Krauss-Maffai-Sprecher sagte der Zeitung: "Für uns gibt es keinen konkreten Aktionsbedarf." Die Mehrheit des Panzerbauers, an dem Siemens zu 49 Prozent beteiligt ist, liegt bei der Unternehmerfamilie Bode. Siemens hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, sich von der Beteiligung trennen zu wollen. Und auch bei Diehl, dem dritten großen Heerestechnikspezialisten, wird dem "FAS"-Bericht zufolge Wert auf Eigenständigkeit gelegt.

Die Familie Röchling hatte in der vergangenen Woche ihre 42,1-prozentige Beteiligung an Rheinmetall zum Verkauf gestellt und damit Spekulationen über eine bevorstehende Konsolidierungswelle forciert. Experten stuften ebnet der Ausstieg den Weg für eine Neuordnung unter den europäischen Panzer-Produzenten. Die mit dem Verkauf der Röchling-Anteile beauftragte US-Investmentbank Goldman Sachs hat bis Freitagabend die Angebot von institutionellen Anlegern eingesammelt. Am Montag will Rheinmetall das Ergebnis bekannt gegeben werden. Die Aktien sollen dabei breit gestreut werden, damit nicht wieder ein einzelner Investor zu viel an Macht gewinnt.

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