Rhetorik
Zehn Grundsätze

Erster entscheidender Baustein für die erfolgreiche Kommunikation ist die geeignete Wortwahl und der richtige Satzbau. Hier haben wir zehn wichtige Tipps für den erfolgreichen Vortrag zusammengestellt.

Erster entscheidender Baustein für die erfolgreiche Kommunikation ist die geeignete Wortwahl und der richtige Satzbau. Wer sich hier verhaspelt oder zu kompliziert ausdrückt, verliert seine Zuhörer schon nach der ersten Minute. Wichtig ist, dass Sie Ihre Botschaft verständlich und zügig vermitteln. Sollten Sie dabei, je nach Anlass, auch noch launig auftreten, ist Ihnen das Interesse der Mitarbeiter sicher.

Hier haben wir zehn wichtige Tipps für den erfolgreichen Vortrag zusammengestellt:

1. Kurze Sätze formulieren

Bevorzugen Sie kurze Hauptsätze, denn Nebensätze beinhalten meistens eine Nebensache. Kurze Sätze erleichtern Ihren Zuhörern die Informationsaufnahme. Außerdem fällt Ihnen so das spontane Formulieren leichter, denn nicht zuletzt lebt Kommunikation von Spontaneität. Übrigens: Ihre Ausführungen sollten zwar präzise sein, jedoch nicht gerade in Telegrammstil ausarten. Siehe dazu auch den nächsten Punkt:

2. Lange Wörter und komplizierte Ausdrücke vermeiden

Was für Ihren Satzbau gilt, das gilt für Ihre Wortwahl ebenso: Vernebeln Sie Ihre Aussagen nicht durch lange oder komplizierte Wörter. Verben z.B. können monströse Substantive effektiv auflösen. Dabei signalisieren sie obendrein Dynamik, weil sie eine Aktion betonen - so genannte statische Verben "sein oder "stehen" einmal ausgenommen. Entsprechend dämmen Sie den zu häufigen Gebrauch von Substantiven, die "Hauptwörteritis", effektiv und elegant ein. Allerdings sollten Sie diesen Rat nicht ausschließlich befolgen. Kurze Substantive sind allemal besser als umständliche Beschreibungen.

Die folgenden Beispiele verdeutlichen den Effekt:

Es bedarf einer großen Anstrengung. / Es ist sehr anstrengend.
In Ermangelung des... / mangels
Unter Zuhilfenahme von... / mit
Unter Ausnutzung der... / durch

Etwas anders liegt der Fall bei reinen Fachbegriffen, die situationsbezogen angewendet werden müssen. Hier müssen Sie sehr genau abwägen, welche Begriffe besser in der eher schwerfälligen, aber standardisierten Fachsprache verbleiben sollten.

3. Schwierige und wichtige Wörter immer gleich benennen

Obwohl wir alle in der Schule gelernt haben, Wortwiederholungen zu vermeiden, sind sie doch sinnvoll, wenn Schlüsselbegriffe oder besonders schwierige Wörter (z.B. bestimmte Fachbegriffe) benannt werden. Nur so sichern Sie den Wiedererkennungswert und schließen Missverständnisse weitgehend aus. Zwar wirkt sich ein insgesamt abwechslungsreicher Stil positiv auf Ihre Zuhörer aus, doch gilt für Schlüsselbegriffe immer die Sonderregelung.

4. Vorsicht vor Modewörtern, vorbelasteten Begriffen und Superlativen

Modewörter und vorbelastete Begriffe können leicht zu Stolperfallen werden, weil Sie so, je nach Zuhörerschaft und Situation, unseriös wirken. Besonders belegte oder vorbelastete Begriffe müssen Sie sehr vorsichtig und gezielt einsetzen, um Missverständnisse oder sogar Gesichtsverlust zu vermeiden. Daher sollten Sie sich immer vor Augen halten, wie sich Ihre Zuhörer zusammensetzen und zu welchem Anlass sie zusammengekommen sind. Ein informelles Teammeeting erlaubt eine wesentlich laxere Rhetorik als eine Sitzung mit der Geschäftsführung. Wenn Sie zu viele Superlative gebrauchen ("... das Größte, Tollste, Beste, Schnellste..."), nützen Sie den heraushebenden Effekt schnell ab und erscheinen im Laufe des Vortrags immer unglaubwürdiger.

5. Nicht zu unpersönlich sein

Zuviel "man" verträgt kein Vortrag. Es ist besser, wenn Sie Ihre Zuhörer durch "Sie" oder "Ihr" direkt ansprechen. Auch wenn Sie sich mit einschließen ("Wir"), erzeugen Sie eine persönlichere Atmosphäre. Vorsicht auch vor zuviel passivischer Ausdrucksweise (z.B.: "Es wird verlangt, dass...") - so verschenken Sie wertvolle Möglichkeiten, Dynamik zu erzeugen. Natürlich müssen Sie hier das richtige Maß finden. Wenn Sie zu persönlich werden, etwa zuviel behaupten oder belehren oder Ihre Meinung ständig in den Vordergrund rücken, wirken Sie leicht unseriös.

6. Langsam sprechen, richtig betonen, Pausen machen

Notorische Schnellredner müssen sich besonders zusammenreißen. Grundsätzlich sollten Sie alle als Redner beruhigt daran denken, dass man fast nie zu langsam spricht, sondern eher zu schnell. Mit dem richtigen Sprechtempo einher geht die richtige Betonung. Dadurch variieren Sie Ihre Aussagen und erregen die Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer dauerhaft. Pausen sind ebenso wichtig, damit die Zuhörer Zeit haben, Ihre Informationen aufzunehmen. Übrigens dürfen Sie bei besonders wichtigen Aussagen nach einer Pause die Aussage mit fester Stimme wiederholen. Das verleiht Ihrer Aussage besonderes Gewicht, ohne dass Sie affektiert oder unsicher wirken. Mit Pausen können Sie zudem den Sinn Ihrer Aussagen verändern, wodurch Sie bei entsprechender Übung einen Überraschungseffekt erzielen. So bleibt Ihnen die Aufmerksamkeit des Publikums sicher.

7. Blickkontakt herstellen

Der Blickkontakt - und nur der Blickkontakt - ist für Sie das einzige nichtsprachliche Mittel, um direkt mit Ihren Zuhörern Kontakt aufzunehmen. Gleichzeitig prüfen Sie durch den Blickkontakt die ummittelbare Reaktion Ihrer Zuhörer. Gerade in einer größeren Runde wird sich niemand so leicht zu spontanen Kommentaren hinreißen lassen, weshalb Sie Reaktionen allein aufgrund des körpersprachlichen Verhaltens ermitteln und bewerten müssen. Das ist für Sie enorm wichtig, um bei Bedarf spontan reagieren zu können. Natürlich sollten Sie nicht in die Runde starren oder sich nur eine bestimmte Person als Kontakt aussuchen. Lassen Sie Ihren Blick gelegentlich schweifen, so dass Sie jedem Zuhörer das Gefühl geben, in die Kommunikation eingeschlossen zu sein.

8. Durch Beweisführung und Argumentation überzeugen

Sie sollten Ihre Aussagen immer argumentativ und somit glaubwürdig begründen. So untermauern Sie Ihre Seriosität und erhöhen gleichzeitig Ihre Wirkung bei den Zuhörern. Konkrete Informationen zu Argumentationstechniken erhalten Sie hier.

9. Körpersprache bewusst einsetzen

Die Körpersprache beherrscht unser Kommunikationsverhalten entscheidend. Manche Forscher gehen davon aus, dass bis zu 80 Prozent aller Kommunikationsprozesse nonverbal, also körpersprachlich ablaufen. Für Sie als Redner ist die Körpersprache vor allem ein Mittel, um Ihre Ausführungen zu illustrieren und entsprechend zu betonen. Gleichzeitig müssen Sie als Beobachter Ihrer Zuhörerschaft körpersprachliches Verhalten analysieren können, um zu wissen, wie Ihre Ausführungen aufgenommen werden. Mehr zur Körpersprache finden Sie hier.

10. Bleiben Sie so natürlich wie möglich

Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu gekünstelt auftreten. Leichte Versprecher oder einen kleinen Blackout (wiederholen Sie in diesem Fall einfach das gerade Gesagte noch einmal, um dann spontan den Faden weiterzuspinnen) verzeiht Ihnen Ihre Zuhörerschaft allemal. Schlimmer ist es, wenn Sie Ihre Botschaft z.B. robotergleich herunterleiern. Was nützt Ihnen eine Rede ohne Versprecher, mit der Sie am Ende alle Beteiligten in einen sanften Schlaf gewogen haben ...

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%