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Rice wird Powell-Nachfolgerin

US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice wird wie erwartet die neue Außenministerin der USA. US-Präsident George W. Bush nominierte am Dienstag in Washington die 50 Jahre alte Politikwissenschaftlerin, die zu den entschiedenen Verfechtern der offensiven US-Außenpolitik und des Irakkriegs gilt.

dpa WASHINGTON. US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice wird wie erwartet die neue Außenministerin der USA. US-Präsident George W. Bush nominierte am Dienstag in Washington die 50 Jahre alte Politikwissenschaftlerin, die zu den entschiedenen Verfechtern der offensiven US-Außenpolitik und des Irakkriegs gilt.

Mit dem in Kürze erwarteten Rücktritt von Heimatschutzminister Tom Ridge wird es auf mindestens sieben Posten Veränderungen im neuen Kabinett von Bush geben. Neuer Sicherheitsberater im Weißen Haus wird der bisherige Stellvertreter von Rice, Steve Hadley.

Rice übernehme das Amt "in einer schwierigen Zeit. Die Nation ist im Krieg... gegen einen entschlossenen Gegner", sagte Bush. Er nannte sie eine "anerkannte Expertin in internationaler Politik". In den vergangenen vier Jahren habe er auf ihren Rat vertraut, von ihren "großen Erfahrungen" und ihrem "sicheren Urteil" profitiert. Im Außenminister sehe die Welt das Gesicht Amerikas, und in Rice werde "die Welt die Stärke, die Tugend und den Anstand unseres Landes erkennen".

Rice wird Nachfolgerin von Colin Powell, der am Montag seinen Rücktritt bekannt gegeben hatte. Powell, der als gemäßigter Politiker in der Bush-Regierung galt, bleibt vermutlich bis Januar im Amt. Zuvor muss der Senat noch der Ernennung von Rice zustimmen, was aber angesichts der republikanischen Mehrheit nicht in Zweifel steht. Powell plant nach seinen eigenen Worten noch einmal besondere Anstrengungen für eine friedliche Lösung des Nahostkonflikts.

Bush würdigte die Verdienste Powells, der "geholfen hat, gefährliche regionale Konflikte zu lösen". Rice nannte ihn einen "großartigen und inspirierenden Außenminister".

Die USA seien auf dem besten Weg, "unter Ihrer Führung... den weltweiten Krieg gegen den Terrorismus zu gewinnen", sagte Rice nach der Ansprache von Bush im Weißen Haus. Unter Bush sei es gelungen, weltweit Koalitionen zu schmieden, die "Mill. befreit haben von der Tyrannei... und die nun dem irakischen und dem afghanischen Volk helfen, Demokratie im Herzen der islamischen Welt aufzubauen".

Die 50-jährige Rice zählt seit langem zu den engsten Mitarbeitern von Bush. Die Politikwissenschaftlerin und Konzertpianistin teilt mit dem Präsidenten dessen religiös geprägte Weltsicht und die Entschlossenheit, weltweit offensiv Terrorismus und islamischen Extremismus bekämpfen zu wollen.

Sie wird die erste schwarze Außenministerin der USA. Sie wuchs im Südstaat Alabama als Tochter eines Predigers auf. Bush verwies in seiner Nominierungsrede ausdrücklich darauf, dass Rice und ihre Familie vor vierzig Jahren noch unter der Rassendiskriminierung der damaligen Zeit gelitten hatten.

Auch der stellvertretende Außenminister Richard Armitage reichte Medienberichten zufolge am Dienstag sein Rücktrittsgesuch ein.

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