Richter halten versuchte schwere Brandstiftung für erwiesen
Düsseldorfer Gericht verschärft Urteile gegen Synagogen-Attentäter

Wegen des Anschlags auf die Düsseldorfer Synagoge vor gut einem Jahr hat das Landgericht Düsseldorf am Donnerstag zwei arabischstämmige Männer zu Jugendstrafen mit und ohne Bewährung verurteilt. Der 20-jährige staatenlose Balal T. erhielt eine Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung, der 21 Jahre alte aus Marokko stammenden Deutschen Khalid Z. wurde zu einer Jugendstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt.

afp DÜSSELDORF. Dabei hielt das Gericht den von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwurf der versuchten schweren Brandstiftung für erwiesen. Z. war in erster Instanz zu zwei Jahren und drei Monaten Jugendstrafe ohne Bewährung verurteilt worden; T. hatte eine Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren erhalten.

Die Angeklagten hatten als Motiv für die Tat vom 2. Oktober 2000 Hass auf Israel wegen dessen Vorgehens gegen die Palästinenser angegeben. Die Staatsanwaltschaft hatte Jugendstrafen von zweieinhalb und drei Jahren ohne Bewährung beantragt. Bei dem Brandanschlag am Vorabend des Einheits-Feiertages im vergangenen Jahr war geringer Sachschaden entstanden. Eine Anwohnerin der Synagoge konnte die von den Attenätern geschleuderten Brandsätze schnell löschen. Die Tat war in der Öffentlichkeit zunächst deutschen Rechtsextremisten zugeschrieben worden. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte bei einem Besuch in der Synagoge kurz nach dem Anschlag zu einem «Aufstand der Anständigen» gegen rassistisch motivierte Gewalttaten aufgerufen.

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