Richter müssen noch zustimmen
Auch Apple lehnt vor Gericht Microsoft-Einigung ab

Die Hoffnungen von Microsoft auf ein baldiges Ende des Kartellrechtsstreits haben einen starken Dämpfer erlitten: Nach längerer Denkpause stellte sich nun auch die Konkurrenzfirma Apple gegen den Kompromiss, den der Konzern von Bill Gates mit rund hundert Sammelklägern ausgehandelt hatte.

dpa-afx SAN FRANCISCO/WASHINGTON. Diese Einigung sei keine Strafe für Microsoft, erklärte Apple-Chef Steve Jobs am Dienstag in San Francisco. Vielmehr werde es dem sowieso schon marktbeherrschenden Konkurrenzunternehmen erlaubt, sich auch noch in den Schulen auszubreiten.

Nach dem vor einer Woche ausgehandelten Deal mit den Privatklägern verzichten diese auf ein weiteres juristisches Vorgehen gegen Microsoft. Im Gegenzug muss der Konzern innerhalb von fünf Jahren Software, Trainingseinheiten und Bargeld im Wert von über 1 Mrd. $ an US-Schulen spenden. Der Übereinkunft muss noch der mit den Sammelklagen befasste Richter zustimmen. Bei ihm brachte Apple nun seine Einwände vor.

Auch bei Anwälten stößt die Milliarden-Spende an amerikanische Schulen auf Widerstand. Damit würde Microsofts Marktdominanz in Schulen nur noch verstärkt, begründeten auch die Anwälte von Verbrauchern in den beiden US-Bundesstaaten Kalifornien und Minnesota am Dienstagabend ihre Ablehnung des Vorschlags.

Die Anwälte aus den beiden Bundesstaaten versuchen, die geplante landesweite gütliche Einigung mit Microsoft zu vereiteln. Der Konzern hatte sich in der vergangenen Woche mit rund 100 Privatklägern geeinigt, die das Unternehmen beschuldigt hatten, das Betriebssystem Windows zu überteuerten Preisen zu verkaufen.

Sollte der zuständige Bezirksrichter Frederick Motz der Einigung zustimmen, würde Microsoft nach eigenen Angaben mehr als 12 500 Schulen in den USA ausstatten.

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