Archiv
Richter-Sprüche: Vorsicht bei Aufhebungsverträgen

Urteil 1:

Gewöhnlich müssen gekündigte Arbeitnehmer Entschädigungszahlungen für den Jobverlust voll versteuern, wenn der ehemalige Brötchengeber Abfindungen über mehrere Jahre auszahlt. Denn die steuerliche Begünstigung (nur ein Fünftel des Trennungsgeldes wird besteuert) gibt es nur für das Jahr der Entlassung. Der Bundesfinanzhof öffnet jedoch Betroffenen ein Schlupfloch. Demnach sind solche Entlassungszahlungen nach Abzug des jeweiligen Freibetrages steuerlich begünstigt, wenn der Ex-Arbeitgeber fürsorglich obendrein die Kosten für eine berufliche Neuorientierung übernimmt. Beispielsweise in Form einer so genannten Outplacement- oder Freisetzungsberatung (Az. XI R 22/00).

Urteil 2:

Bei einem Vergleich mit dem Ex-Arbeitgeber sollten Abfindungsempfänger vorsichtig sein. Denn nicht jede Entlassungsvereinbarung ist auch steuerlich optimal. Erfüllt nämlich der Arbeitgeber mit der finanziellen Entschädigung längst überfällige tarifliche Ansprüche des Arbeitnehmers, müssen die Geschassten das Entlassungsgeld voll versteuern. Denn so genannte Erfüllungsansprüche seien nicht wie Abfindungen steuerlich begünstigt, entschied das Finanzgericht Düsseldorf in einem rechtskräftigen Urteil. Noch nicht gezahlte tarifliche Gehaltsansprüche können demnach nicht in eine steuerlich begünstigte Abfindung umgewandelt werden, entschieden die Richter (Az. 16 K 3036/00 E).

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%