Richtfest der US-Botschaft
Die „beste Adresse“ Berlins öffnet Anfang 2008

Mit der neuen amerikanischen Botschaft in Berlin wird die letzte Baulücke am zentralen Pariser Platz geschlossen. Das Herzstück der Hauptstadt ist damit komplett und ihre Trennung auch architektonisch überwunden. Allerdings: Angesichts solcher Symbolschwere ist die Zahl politisch-prominenter Gäste sehr gering.

BERLIN. Klaus Wowereit und William Timken sehen sich häufig in diesen Tagen. Mal geht es um Abschiede, mal um den Neubeginn. Vor zehn Tagen etwa, da mussten Berlins Regierender Bürgermeister und der US-Botschafter wortreich erklären, warum es nicht so schlimm sei, dass das traditionsreiche "Amerika-Haus" am Bahnhof Zoo seine Tore schließt - ausgerechnet in einer Zeit, in der die Symbolik einer starken deutsch-amerikanischen Freundschaft gefragt ist. Als "Normalisierung" hatte man den Schritt schließlich beschrieben - obwohl der Grund eher der Sparzwang war, der alle Regierungen erfasst.

Doch am Montag haben beide dieses Problem nicht. Diesmal passt die Symbolik zum Ereignis. Und so stehen Wowereit und Timken bei sonnigem Wetter inmitten eines gewaltigen Rohbaus am Brandenburger Tor und blicken nach vorn respektive nach oben. Vorn, da ist die geplante Eröffnung der neuen US-Botschaft Anfang 2008. Genau an jenem geschichtsträchtigen Ort, an dem 1939 die damalige US-Botschaft in Berlin ihre Tore angesichts des nahenden Zweiten Weltkrieges schloss. Und oben, da hängt der in den amerikanischen Farben geschmückte Richtkranz, den ein Kran in die Höhe gezogen hat.

Mit dem Gebäude wird die letzte Baulücke am zentralen Pariser Platz geschlossen. Das Herzstück Berlins ist damit komplett und die Trennung Berlins auch architektonisch überwunden. Dementsprechend große Worte fielen bei der Feier. Der gerade wiedergewählte Wowereit sprach von einem "historischen Ereignis". Für Timken ist der neue Botschaftsbau nichts anderes als ein Symbol der US-Unterstützung für das wiedervereinigte Deutschland und die Bedeutung der transatlantischen Partnerschaft im 21. Jahrhundert.

Allerdings: Angesichts solcher Symbolschwere ist die Zahl politisch-prominenter Gäste sehr gering. Zum Spatenstich am 6. Oktober 2004 war immerhin noch der damalige Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) gekommen. Auch Grünen-Parteichef Reinhard Bütikofer ließ sich damals sehen. Heute dagegen, in den Zeiten der großen Koalition, sind bundesdeutsche Politiker Mangelware. Wer nach den Gründen fragt, erntet Achselzucken.

Vielleicht liegt es an der dann doch fehlenden Begeisterung für die transatlantischen Beziehungen - gerade in einer sitzungsfreien Woche, in der viele Bundestagsabgeordnete in den Wahlkreisen weilen. Vielleicht liegt es aber auch an der fehlenden Wärme für diese Bush-Regierung. Denn am Abend zuvor, da ließ sich beim Auftritt des früheren demokratischen Präsidentschaftskandidaten Al Gore im "International"-Kino immerhin die alte rot-grüne Politprominenz blicken.

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