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Richtung ungewiss

Sommeranfang in New York: Regen läutet die heißeste Jahreszeit ein. Und auch die wichtigsten US-Aktienindizes wollen heute nicht so richtig Farbe bekennen. Mal im Plus, mal im Minus. Weder der Dow Jones noch der Nasdaq Index scheint eine endgültige Richtung gefunden zu haben. Zur Mittagsstunde notierten beide Börsenbarometer immerhin leicht im Plus.

Den Anleger fällt es offenbar schwer zu entscheiden, in welche Werte sie investieren wollen. Bei einigen Technologiewerten scheint der Zeitpunkt zum Einstieg günstig. Von Schnäppchenjägern profitieren vor allem die Aktien der Hersteller von Hardware und Netzwerkkomponenten. Nortel Netzwork, Ciena, Cisco und Qualcomm können Punkte gut machen, nachdem Quartalswarnungen den Sektor in den vergangenen Handelstagen nachhaltig erschütterten. Unter der Dow Jones Werten präsentiert sich General Motors zur Mittagsstunde als der größte Gewinner. Der Automobilkonzern plant, in Europa weitere Stellen abzubauen.

Finanz- und Einzelhandelstitel laden dank guter Nachtrichten ebenfalls zum Kauf ein, sind jedoch nach Meinung einiger Experten vergleichsweise teuer. Nachdem die Brokerhäuser Lehmann Brothers und Goldman Sachs bereits die Gewinnerwartungen der Analysten vor zwei Tagen mit guten Quartalsdaten übertreffen konnten, erscheint Morgan Stanley unerwartet gutes Ergebnis heute nur noch wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Dennoch hält der Trend an, die Aktien des Sektor verteuern sich einen weiteren Tag: Die Papiere von Merrill Lynch, Morgan Stanley, Lehman Brother und der Citibank steigen.

Ganz ohne Quartalswarnungen scheint New Yorks Wall Street zur Zeit jedoch nicht auszukommen. Fast gleichzeitig mit Exodus veröffentlichte auch Sanmina eine Gewinnwarnung. Der Elektronikhersteller Sanmina hat vor enttäuschenden Geschäftszahlen für das dritte Quartal gewarnt. Die schleppende Nachfrage auf dem Elektroniksektor habe dem Unternehmen mehr geschadet als erwartet. Statt eines Gewinns von 19 Cents pro Aktie wird das Unternehmen nur einen Gewinn von zehn Cents erwirtschaften. Die Analystengilde stuft die Aktie herunter. Der Titel zählt im Handel zu den größten Verlierern.

Auch Exodus, der Web-Hoster hat die Gewinnerwartungen sowohl für das zweite Quartals als auch das gesamte Geschäftsjahr reduziert. Das unternehmen wird im laufenden zweiten Quartal statt eines Umsatzes von 355 Millionen Dollar lediglich 315 Millionen Dollar erwirtschaften. Der Verlust, der im ersten Quartal noch bei 118 Millionen Dollar lag, soll sich nun auf 140 Millionen Dollar ausweiten. Nun will das Unternehmen Mitarbeiter entlassen und Stellen streichen, um Kosten zu sparen. Nachdem das Papier seit Jahresanfang bereits rund 90 Prozent verlor, büßt der Wert heute weiter ein.

Auch Chipkonzern Transmeta warnt. Schwache Absatzzahlen in Japan werden das Ergebnis belasten. Die Aktie verlor in der ersten Handelshälfte über die Hälfte des Wertes.

Neben den Angaben über die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung wurde das Handelsbilanzdefizit veröffentlicht. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung ging in der vergangenen Woche überraschend auf 400 000 zurück. In der Vorwoche lag die Zahl noch bei 434 000 Anträgen. Das Handelsbilanzdefizit stieg dagegen im ersten Quartal. Der Grund: Es wurden weniger Konsumgüter in die USA importiert.

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