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Richtungslos ins Wochenende

Die Märkte zieht es zum Wochenschluss auseinander. Technologiewerte können sich größtenteils verbessern, die Blue Chips hingegen stehen unter Druck. Im Wochenvergleich büßen sowohl die Nasdaq als auch der Dow Jones-Index ein. Mit Spannung warteten die Anleger auf die neuesten Arbeitsmarktdaten.

Geradezu erstaunlich: Trotz der Massenentlassungen, die zahlreiche Unternehmen angekündigt hatten, ist die Zahl der abgebauten Stellen im Mai unter den Experten-Prognosen geblieben. Unterm Strich haben die US-Firmen gerade einmal 19 000 statt der erwarteten 30 000 Arbeitsplätze abgebaut.

Eine Überraschung gab es auch bei der Höhe der Arbeitslosenquote. Sie ist nicht wie erwartet auf 4,6 Prozent gestiegen, sondern im Mai auf 4,4 Prozent gefallen. Im April lag sie noch bei 4,5 Prozent. Die Stundenlöhne sind wie vorhergesehen leicht, nämlich um 0,3 Prozent, gestiegen.

Die Indizes kamen im frühen Handel, nach Veröffentlichung der Wirtschaftsdaten, ins Taumeln und zeigen sich nach wie vor richtungslos. Letztlich aber sehen viele Börsianer nach wie vor weiteren Spielraum für die Notenbank, die Zinsen noch einmal zu senken. Eher belastend für die Märkte haben sich die Daten zum verarbeitenden Gewerbe ausgewirkt. Der so genannte Nationale Einkaufsmanager-Index ist den zehnten Monat in Folge gesunken. Dies zeigt, dass die Auftragsflaute immer noch in den Knochen der US-Wirtschaft steckt.

Chip-, Software- und Pharmapapiere stehen heuten auf der Einkaufsliste der Anleger, hingegen werden Finanz- und Chemiepapiere wieder umgetauscht.

Vor allem von den Technologieunternehmen erhoffen sich Investoren positive Meldungen. Die gab es heute in Gestalt von Novellus, die nicht die befürchtete Gewinnwarnung aussprachen, sondern sogar die Umsatz- und Gewinn-Prognose für das zweite Quartal anhoben. Auch Flextronics bekommt nach positiven Analystenkommentaren aus dem Hause Goldman Sachs gut weg. Ebenso steigen die Schwergewichte Intel, Microsoft und Oracle.

Boeing hat einen Auftrag über zehn Flugzeuge des Typs 777-200 ER erhalten. Dabei blieb offen, wer die Fluggeräte bestellt hat. Die Langstreckenflugzeuge kosten zusammen rund 1,7 Milliarden Dollar. Der Auftrag ist der größte seit Herbst vergangenen Jahres. Die Boeing-Aktie gehört zu den Top-Gewinnern im Dow Jones-Index.

DuPont steht hingegen unter Druck. Wie befürchtet hat der Chemiekonzern auf seiner Analystenkonferenz kaum gutes zu sagen. So wird es mehr Entlassungen geben als bisher erwartet. Erst vor wenigen Wochen hatte das Management den geplanten Stellenabbau auf vier Prozent der Belegschaft beziffert. Das laufende Quartal sei eine "Herausforderung", kommentierte Vorstand Charles Holliday. Ferner werde das zweite Halbjahr etwas schwächer ausfallen als der Vorjahreszeitraum. Es gibt aber immerhin einen kleinen Hoffnungsschimmer: optimistisch gestimmt zeigte sich das Management für das Fiskaljahr 2002.

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