Richtungsloser Handel
US-Börsen finden doch noch den Weg ins Plus

Die US-Aktienmärkte haben am Donnerstag nach richtungslosem Auf und Ab der Kurse im Plus geschlossen. Der Standardwerte-Index Dow-Jones gewann 0,86 % auf 8818,14 Punkte, der Nasdaq-Index 0,80 % auf 1344,94 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte 1,15 % auf 930,24 Punkte zu.

Reuters NEW YORK. Die Stimmung am Markt sei einerseits geprägt von Hoffnung auf wiederkehrendes Vertrauen in US-Unternehmen und andererseits von Befürchtungen um die Firmengewinne angesichts des überraschend deutlichen Rückgangs des Konjunkturindex der Philly-Fed, hieß es im Handel. "Gestern wurde das Vertrauen wieder etwas hergestellt, aber die Philly-Fed hat dem Optimismus einen Dämpfer verpasst", sagte Michael O'Hare von Lehman Brothers. Patrick Boyle von Credit Suisse First Boston fügte hinzu:" Es sind noch immer Fragezeichen über dem Markt, der Wirtschaft und der Entwicklung der Unternehmensgewinne".

Analysten bezeichneten die Entwicklung des Philly-Fed-Index als Besorgnis erregend und als weiteres Indiz für eine Verlangsamung der Konjunkturerholung. Der Konjunkturindex war den Angaben zufolge im August auf minus 3,1 Punkte von plus 6,6 Zählern im Juli gefallen. Analysten hatten dagegen mit einem Anstieg auf 7,2 % gerechnet.

Händlern zufolge hatte der Markt zunächst seine kräftigen Vortagesgewinne weiter ausgebaut. Ursache dafür sei gewesen, dass die Mehrzahl der Chefs und Finanzvorstände von mehr als 900 börsennotierten US-Unternehmen entsprechend der Anordnung der US-Börsenaufsicht (SEC) am Mittwoch fristgerecht die Bilanzen ihrer Firmen attestiert hatte. "Die meisten Firmen haben nun ihre Ergebnisse beeidet, ohne die Zahlenwerke korrigieren zu müssen. Das wird als positiv für den Markt gesehen", sagte John Simon, Analyst bei TradeSignals.com.

Vorübergehende Unterstützung lieferte der Börse nach Angaben von Händlern auch der unerwartete Anstieg der US-Industrieproduktion im Juli. Die Produktion war entgegen der Erwartung der Analysten um 0,2 % gestiegen. Die Experten hatten mit einem Rückgang von 0,1 % gerechnet.

Unter Druck stand zunächst der Luftverkehrssektor, nachdem wenige Tage nach dem Insolvenzantrag der US-Fluggesellschaft US Airways am Mittwochabend UAL angekündigt hatte, sich ebenfalls auf einen Antrag auf Gläubigerschutz nach Kapitel elf des US-Konkursrechts vorzubereiten. UAL-Aktien brachen daraufhin am Donnerstag vorübergehend um mehr als 16 % ein, erholten sich dann aber kräftig um 11,43 % auf 2,73 $.

Eine niedrigere Einstufung des Ausblicks der führenden US-Hersteller von Computer-Hardware durch Goldman Sachs belastete den gesamten Sektor. Goldman-Analystin Laura Conigliaro hatte mitgeteilt, es sei nicht mehr realistisch, davon auszugehen, dass diese Firmen sich schneller erholen werden als der Rest der Branche. Sie stufte deshalb die Investment-Ratings von EMC Corp, Sun Microsystems und Hewlett-Packard herab und setzte die Kursziele für diese Unternehmen aus. Die Aktien von EMC verloren daraufhin zunächst an Boden, schlossen dann aber um 1,39 % fester mit 7,29 $. Sun Microsystems gaben jedoch 7,55 % auf 4,11 $ ab. Dagegen gewannen Hewlett-Packard 2,53 % auf 15 $.

Dell Computer, die ihre Ergebnisse für das zweite Quartal erst nach Börsenschluss vorlegten, gingen 0,03 % niedriger mit 27,14 $ aus dem Markt. Dell nannte unmittelbar nach Handelsschluss den Gewinn je Aktie mit 0,19 $ und traf damit die Prognosen von Analysten.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,50 Mrd. Aktien den Besitzer. 2003 Werte legten zu, 1213 gaben nach und 192 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,72 Mrd. Aktien 1716 im Plus, 1606 im Minus und drei unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die richtungweisenden zehnjährigen US-Notes um 16/32 auf 101-17/32 Punkte, bei einer Rendite von 4,1845 %. Die 30-jährigen Bonds verloren 29/32 auf 105-26/32 Zähler und rentierten mit 4,9906 %.

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