"Ricke kann ein Unternehmen nach vorne bringen"
Analysten sind mit Ricke zufrieden

Die Wahl von Kai-Uwe Ricke zum Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Telekom AG, Bonn, ist bei Analysten auf einhellige Zustimmung gestoßen.

vwd FRANKFURT. "Ich halte Ricke für keine schlechte Lösung", sagte Hans-Peter Kuhlmann von der Landesbank Baden-Württemberg am Donnerstag. Ricke habe gezeigt, dass er führen und ein Unternehmen nach vorne bringen könne. Da er den Kurs von Ron Sommer mitgetragen habe, könne man sich allerdings fragen, ob es wirklich Sinn hatte, Sommer abzulösen. Ricke werde jetzt zu harten Sanierungsmaßnahmen greifen müssen, sagte Kuhlmann.

Diese Aufgabe betrachtet Frank Rothauge von Sal Oppenheim als eigentliche Bewährungsprobe für Ricke. Der einzige Nachteil sei, dass Ricke kaum Erfahrungen mit umfassenden Sanierungsmaßnahmen habe. Auch bestehe die Gefahr, dass er zu sehr an VoiceStream festhalten könnte. Ein Verkauf der US- Mobilfunktochter sei zwar seiner Meinung nach nicht sinnvoll, wohl aber eine Fusion mit einem anderen Anbieter, so Rothauge. "Bei Ricke muss man etwas Angst haben, dass er den Alleingang favorisiert." Unter den gegebenen Umständen sei Ricke aber der beste Mann, der im Gegensatz zu Sommer vor allem die positive Eigenschaft besitze, gut zuzuhören.

Für Ralf Hallmann, der die Telekom für die Bankgesellschaft Berlin beobachtet, gehörte Ricke von Anfang an zu den heißen Kandidaten für den Vorstandsvorsitz. Selbst wenn die Wahl auf einen externen Kandidaten gefallen wäre, hätte man die operativen Vorstände Ricke und Brauner eng einbeziehen müssen. Wenn das Unternehmen, wie am Mittwoch von Interimsvorstand Helmut Sihler bekräftigt, an Voicestream festhalten wolle, dann sei Ricke der richtige Mann für den Posten.

WGZ-Bank-Analyst Oliver Pfluger bezeichnete Ricke als "einen der besseren Kandidaten", wenn man bedenke, welche Namen im Vorfeld in der Diskussion genannt worden seien. "Ein Industriekapitän oder ein Politiker der zweiten und dritten Reihe wäre eine Katastrophe für die Telekom gewesen", sagte Pfluger. Vor allem seien "zuviele Sanierer und harte Kerle" im Gespräch gewesen, die viel Zukunftspotenzial bei der Telekom hätten zerschlagen können. Bei Ricke bestehe diese Gefahr weniger.

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