Ridley plädiert für 50-prozentigen Erfolgsanteil
Unternehmensberater gegen Obergrenze für Vorstandsbezüge

Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) hat die Forderung nach einer Obergrenze der Bezüge von Unternehmensvorständen als realitätsfern und unpraktikabel zurückgewiesen.

Reuters BERLIN. BDU-Präsident Remi Redley erklärte am Dienstag in Berlin, Aufsichtsräte verfügten über das geeignete Instrumentarium, um Auswüchse bei den Vorstandsbezügen zu verhindern. Allerdings fehlten den Aufsichtsräten, die über die Bezüge der Vorstände zu befinden hätten, oftmals der Wille und die Entschlusskraft, Misständen entgegenzuwirken. "Die Rechtslage in Deutschland bietet grundsätzlich ein geeignetes Instrumentarium gegen maßlose Bezüge. Es muss nur angewendet werden", sagte Ridley.

Zugleich schlug der Verbandspräsident vor, Vorstandsbezüge jeweils zur Hälfte in einen festen und einen erfolgsorientierten Teil aufzuteilen. Durch einen 50-prozentigen Erfolgsanteil in den Vorstandsbezügen würde sicher gestellt, dass das Wohl der Unternehmen aus Sicht des Vorstands stärker berücksichtigt werde. Zudem seien sämtliche von einem Unternehmen gewährten Vorteile für Vorstände, also auch Aktienoptionen und sonstige Leistungen, zum Zeitpunkt der Gewährung in ihren möglichen Auswirkungen im Quartals- oder Geschäftsbericht der Gesellschaft darzustellen. Damit würden die gesamten Bezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats dem Kapitalmarkt und damit den Aktionären frühzeitig offen gelegt.

Forderungen nach einer Obergrenze für Vorstandsbezüge seien realititätsfern, sagte Redley. Es stelle sich beispielsweise die Frage, an welchen Kriterien solche Obergrenzen festgemacht werden müssten. Zudem benötigten Unternehmen gerade in Krisenzeiten professionell arbeitende Vorstände. Orientiere man die Vorstandsgehälter an den Gewinnhöhen, würden Unternehmen es in einer Krise schwer haben, gute Vorstände zu finden.

Über die Höhe und Angemessenheit von Vorstandsgehälter wird seit geraumer Zeit diskutiert. Auftrieb hatte die Diskussion unter anderem durch das Fehlverhalten von Managern bei einigen Unternehmen erhalten wie auch durch kräftige Erhöhungen der Vorstandsbezüge bei Firmen, die aktuell mit größeren Problemen zu kämpfen hatten. Ein Beispiel dafür war ein entsprechendes Vorhaben bei der Deutschen Telekom gewesen.

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