Riesenslalom: Kroatin gewinnt drittes Gold in Salt Lake
Gegen Kostelic ist kein Kraut gewachsen

Mit einem unglaublichen Gold-Triple hat Janica Kostelic Sportgeschichte geschrieben und als erste alpine Skirennläuferin vier Olympia-Medaillen in acht Tagen gewonnen.

HB/dpa SALT LAKE CITY. Während sich Martina Ertl mit einem Sturz von den Winterspielen in Salt Lake City verabschiedete, überflügelte die Schnee-Königin aus Kroatien am Freitag mit ihrem souveränen Triumph im Riesenslalom sogar die Ski-Legenden Rosi Mittermaier und Hanni Wenzel. "Das ist Wahnsinn", sagte Martina Ertl bewundernd.

Die Lenggrieserin und ihre Teamkolleginnen blieben beim letzten alpinen Damen-Rennen dieser Spiele wie erwartet ohne Edelmetall. Vier Jahre nach dem Triumphzug von Nagano musste sich das deutsche Team mit nur einmal Ertl-Bronze in der Kombination mit der kleinsten Medaillen-Ausbeute seit zehn Jahren und dem Ende einer Erfolgs-Ära abfinden.

Zuletzt war die Damen-Bilanz des Deutschen Skiverbandes (DSV) in Albertville 1992 mit Bronze für Katja Seizinger ebenso mager gewesen. Beim Riesenslalom am Freitag in Park City schied Martina Ertl im ersten Durchgang aus. "Das war ein technischer Fehler, da kann man nichts machen", sagte die Lenggrieserin über ihren Ausrutscher und bilanzierte ohne Enttäuschung: "Ich fliege dennoch mit einem guten Gefühl von Olympia nach Hause. Ich habe eine Medaille, das hat niemand erwartet - ich auch nicht." Die Kolleginnen Annemarie Gerg (Lenggries), Petra Haltmayr (Rettenberg) und Monika Bergmann (Lam) waren chancenlos.

Hingegen ist Janica Kostelic die alpine Überfliegerin von Salt Lake City. Die 20-Jährige aus Zagreb gewann nach Gold in der Kombination und im Slalom sowie Super-G-Silber nun mit dem sensationellen Vorsprung von 1,32 Sekunden vor der Schwedin Anja Pärson und der Schweizerin Sonja Nef. Offensichtlich war Kostelic durch ihre bisherigen Triumphe in den USA so beflügelt, dass sie sogar in ihrer "schwächeren" Disziplin Riesenslalom auf der Piste "CB's Run" der Konkurrenz weit enteilte. Schon vor dem dritten Gold hatte sie in ihrer Heimat Begeisterungsstürme ausgelöst. Sogar ein Denkmal wollen die Kroaten ihr errichten.

Den deutschen Damen glückte im letzten Rennen nichts. Erst rutschte Martina Ertl nach einem Innenski-Fehler weg, dann verlor ihre Lenggrieser Clubkollegin Annemarie Gerg Stock und Handschuh. Ohnehin war der Riesenslalom in dieser Saison die schlechteste DSV - Disziplin gewesen. Martina Ertl, mit neun Weltcup-Siegen die erfolgreichste deutsche Riesenslalom-Fahrerin überhaupt, hatte in diesem Winter keinen Spaß an ihrer einstigen Lieblingsdisziplin. Ihr 64. Platz in Berchtesgaden war der Gipfel ihrer vorolympischen Formkrise gewesen.

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