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Riester-Rente: Auch das Kleingedruckte lesen

Unscheinbare Klauseln können große Wirkung haben. So werden sie im Rating bewertet.

fw HB DÜSSELDORF. Mit der Riesterrente lebt der Mensch unter Umständen mehr als sein halbes Leben. Kaum abzusehen, was da noch alles passiert. Wichtig ist daher, einen möglichst kundenfreundlichen Vertrag zu bekommen. Folgende Kriterien fließen in die Beurteilung der Bedingungen ein:

Sichere Bedingungen - Positiv: Der Anbieter behält sich nur wenige Möglichkeiten vor, Bedingungen einseitig zu ändern. Solche Bestimmungen betreffen z.B. die Überschussbeteiligung, Kosten, die Kündigung oder die Beitragsfreistellung.

Beitragsfreistellung - Positiv: Der Anleger kann jederzeit und ohne Zusatzkosten die Beitragszahlung wieder aufnehmen, nachdem er sie unterbrochen hatte.

Fondsanlage (gilt nur für Fondsprodukte und fondsgebundene Produkte) - Positiv: Die Aufteilung des Beitrags kann flexibel gewählt werden, und ersparte Mittel können jederzeit in andere Fonds umgeleitet werden, und zwar möglichst kostengünstig. Negativ: Die Fondsgesellschaft bietet kein eigenes Management der Zahlungsströme und der Anlage an.

Versicherte Leistungen - Positiv: Der Anbieter lässt dem Versicherten möglichst viele Chancen offen, das Kapital zu bekommen, ohne dass eine "schädliche" Verwendung im Sinne des Gesetzes vorliegt, die zur Rückzahlung der Förderung bzw. nachträglicher Besteuerung führt. Ein Beispiel: Wenn beim Tod des Anlegers das Kapital als Rente an den Ehepartner oder kindergeldberechtigte Kinder ausgezahlt wird, ist dies nicht "schädlich". Negativ: Wenn es als einmalige Summe ausgezahlt wird - was manche Anbieter als einzige Möglichkeit im Todesfall vorsehen -, dann ist dies hingegen "schädlich". Auch negativ beurteilt wird, wenn beim Tod vor Rentenbeginn nur das angesammelte Kapital und nicht eine höhere Versicherungssumme ausgezahlt wird. Positiv wiederum: Es ist vertraglich festgelegt, dass die Rente im Alter nicht durch eine steigende statistische Lebenserwartung gemindert werden kann, sondern die Rechengrundlagen "unabdingbar", also festgeschrieben sind.

Zusatzabsicherung - Positiv: Es wird die Absicherung der Beitragszahlung beim Verlust der Erwerbsfähigkeit angeboten.

Kündigung - Positiv: Der Anleger kann bei zu niedrigen Kosten den Anbieter wechseln oder sich sein erspartes Guthaben vorzeitig auszahlen lassen. Im zweiten Fall muss er allerdings die staatliche Förderung zurückbezahlen. Negativ: Er bekommt in diesen Fällen nichts von dem so genannten "Schlussanteil", der bei vielen Verträgen erst am Ende der Laufzeit fällig ist, ausbezahlt.

Rentenbeginn - Positiv: Der Beginn der Riesterrente lässt sich im Alter ohne große Einschränkungen nach hinten oder nach vorn schieben - allerdings nicht vor Vollendung des 60. Lebensjahres.

Gutschrift der Zulagen - Positiv: Der Vertrag sieht vor, dass die staatlichen Zulagen dem Versicherten sofort gutgeschrieben werden. Negativ: Die Gutschrift der Zulage erfolgt erst am Ende des Kalenderjahres, oder der Zeitpunkt ist gar nicht geregelt.

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