Riester-Rente für Selbstständige: Rentensteuer langt ab 2013 zu

Riester-Rente für Selbstständige
Rentensteuer langt ab 2013 zu

Die geplante neue Rentenbesteuerung soll erhebliche größere Auswirkungen haben als erwartet. Sie soll auch bei Pensionären und Inhabern von Kapitallebensversicherungen zu Einbußen führen. Andererseits muss der deutsche Durchschnittsrentner, der 2005 eine Jahresrente von 14 432 Euro beziehen würde, frühestens von 2013 an mit einer höheren Belastung rechnen.

HB/dpa BELIN. Das bestätigte der Vorsitzende der von der Bundesregierung eingesetzten Reformkommission, Bert Rürup, am Montag bei der Übergabe des Abschlussberichts an Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD). Die staatlich geförderte Riester-Rente soll auf Selbstständige ausgedehnt werden.

2005, im ersten Jahr eines langen Übergangszeitraums, wird bereits für rund vier Millionen Alt- und Neurentner eine höhere Steuerbelastung von zusammen zwei Milliarden Euro erwartet. Einkünfte der Masse der Ruheständler blieben dann bis 18 500 Euro steuerfrei. Nur bei sehr hohen Renten und Nebeneinkünften wirkt sich das neue System zunächst aus.

Nachgelagerte Besteuerung ist das Ziel

Die Reform zielt hauptsächlich auf die nachgelagerte Besteuerung. Dabei sollen die Renten in langen Übergangszeiträumen zunehmend besteuert werden - von 2040 an in vollem Umfang. Im Gegenzug dürfen die Vorsorgeaufwendungen der Arbeitnehmer mit steigenden Anteilen steuerlich abgesetzt werden - ab 2025 zu 100 Prozent. Damit wird zugleich eine Finanzlücke in den öffentlichen Haushalten erzeugt, die nach Aussage von Kommissionsmitgliedern bis etwa 2030 auf acht Milliarden Euro anwächst.

Der Präsident der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte und Kommissionsmitglied, Herbert Rische, betonte: "Man kann davon ausgehen, dass bis 2040 die Entlastungswirkungen höher sind als die Belastungswirkungen."

Derzeit werden als Ertragsanteil nur 27 Prozent der Rente bei Ruhestandsbeginn mit 65 Jahren besteuert. 32 Prozent sind es mit 60 Jahren. Im Jahr 2005 sollen laut Kommission alle Alt- und Neurentner in das System mit 50 Prozent einbezogen werden, wobei die hohen Freibeträge in den weit überwiegenden Fällen für Steuerfreiheit sorgt.



Wer zum Beispiel 15 000 Euro Rente erhält, behält für die Folgejahre 7500 Euro als Freibetrag, so dass in allen Fällen spätere jährliche Renten-Erhöhungsbeträge jeweils voll versteuert werden. Von 2006 an steigen für die pro Jahr hinzu kommenden Rentner die Besteuerungsanteile um jeweils 2 Prozentpunkte, nach 2020 bis 2040 um je einen Prozentpunkt. Wer also 2007 Rentner wird, muss 52 Prozent seiner Einkünfte besteuern.

Bei der steuerlichen Berücksichtigung der Vorsorgeaufwendungen der Arbeitnehmer hat die Kommission ein Drei-Schichten-Modell entwickelt. Der erste Block umfasst die Basissicherung für die spätere gesetzliche Rente sowie neue als Renten ausgezahlte Leibrentenversicherungen.

Der zweite ebenfalls besonders begünstigte Block betrifft die Zusatzversorgung wie Betriebsrenten und die Riester-Rente. Bei dieser soll der Sonderausgabenabzug künftig auch für Selbstständige möglich sein. Zugleich soll der jetzt auf 2100 Euro pro Jahr festgeschriebene förderfähige Höchstbeitrag mit der gesetzlichen Rente jährlich nach oben angepasst werden. Der Altersvorsorge-Eigenheimbeitrag soll abgeschafft werden.

Als dritter Block werden Kapitalanlageprodukte genannt, die nicht in die nachgelagerte Besteuerung einbezogen werden sollen. Die Versicherungswirtschaft kritisierte scharf, dass bei neuen Verträgen die Erträge aus Kapitallebensversicherungen künftig voll der Steuer unterliegen sollen. Arbeitgeberbeiträge zu Direktversicherungen sollen dagegen nicht mehr pauschal mit 20 Prozent besteuert, sondern völlig steuerfrei gestellt werden.

Zur Beseitigung der vom Bundesverfassungsgericht vor einem Jahr gerügten ungleichen Besteuerung für Sozialrentner und Pensionäre sollen zugleich einige Freibeträge für Beamte und Pensionäre wie für Werbungskosten langsam abgeschmolzen werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%