Riga bietet eine historische Altstadt mit zahlreichen Clubs und Restaurants
Wo Russland, Skandinavien und Westeuropa verschmelzen

Riga vibriert. Überall eröffnen Boutiquen und Restaurants. Junge, modisch gekleidete Leute flanieren durch die Fußgängerzone Kalku-Straße. An allen Ecken hört man ein Gemisch aus Lettisch, Russisch, Englisch und anderen Sprachen.

RIGA. Riga lebt von der spannenden Mischung der Kulturen. In der lettischen Metropole spricht mehr als die Hälfte der Bewohner Russisch als Muttersprache. Einflüsse aus vielen Teilen des einstigen Sowjet-Reichs mischen sich hier mit Trends aus Skandinavien und Westeuropa.

Etwa 753 000 Menschen leben in Lettlands quirliger Hauptstadt. Der Bremer Domherr, Bischof Albert, hat sie im Jahre 1201 an der Daugava (Düna) gegründet. Kaum 20 Kilometer entfernt erstrecken sich die weißen Ostsee-Strände von Jurmala. "Riga hat sich zum Finanz- und Kulturzentrum der Region zwischen Polen und Finnland entwickelt", werben die Stadtobern und hoffen auf mehr Touristen.

Enge Gassen und Backstein-Kirchen aus der Hansezeit, dazu nordische Holz- und Jugendstilarchitektur prägen die Altstadt. Die Häuser in der Strelnieku-, Alberta- und Elizabetes-Straße zeigen besonders die dekorative Pracht des Jugendstils: Barbusige Mädchen lächeln von restaurierten Fassaden. Fasane spreizen ihr Gefieder. Und zwischen Blättern, die sich scheinbar entrollen, spielt ein wilder Mann auf der Pan-Flöte.

Eines der Gebäude entwarf Michail Eisenstein, der Vater des sowjetischen Filmemachers Sergej Eisenstein ("Panzerkreuzer Potemkin"). Die Soros-Stiftung schenkte es der Riga Graduate School of Law. Nebenan befindet sich die Filiale der Stockholm School of Economics - ebenfalls hinter einer Jugendstilfassade. 1997 wurde Riga in die Unesco-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Die verschiedenen Nationalitäten in der Hauptstadt schlagen sich in der Vielfalt der Restaurants nieder. Beliebt sind in Riga armenische Gaststätten wie das "Aragats": Hier werden Fleisch- und Gemüsespieße aus dem kaukasischen Steinofen serviert. Die frischen Kräuter dazu beziehen die Betreiber direkt aus Jerewan - genau wie die armenischen Weine.

Hinzu kommt in Riga eine ausgeprägte Musik- und Clubszene. Schon die Namen der Läden machen neugierig: "Die Vier Weißen Hemden" ist eine gute Adresse für Live-Musik, als angesagt gelten auch der Club "Niemand schreibt dem Colonel" und die "Andere Oper".

Musik hat traditionell einen hohen Stellenwert in Lettland. Und deshalb überrascht es nicht, dass es in Riga viele lokale Rock- und Popbands gibt. Einige sind mittlerweile auch einem internationalen Publikum bekannt: Marie N. etwa, mit bürgerlichem Namen Marija Naumowa, die im vergangenen Jahr mit ihrem Song "I wanna" den Grand Prix d'Eurovision gewann. Und die lettische Band "Brainstorm", die mit ihrem Ohrwurm "Maybe" zur Überraschung vieler die Hitparaden in ganz Europa stürmte.

Ähnlich präsent wie Musik sind in Riga nur die Blumen. Astern, Nelken, rote Rosen - die Blumenstände an der Torbatas-Straße ziehen sich mehr als 100 Meter neben dem Bürgersteig entlang. Aber nicht nur dort. Überall in der Altstadt bieten Händler frische Schnittblumen feil. Im rustikalen Lokal "Dzirnavas" tragen die Kellnerinnen sogar Kränze aus weißen Margariten im Haar.

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