Rinderseuche
Studie: BSE weiter verbreitet als angenommen

dpa LONDON. Die Rinderseuche BSE ist in Europa, den USA, Kanada und Australien möglicherweise weiter verbreitet als bisher angenommen. Dies stellen internationale Experten in einer Studie für die EU-Kommission fest, berichtete das britische Fachmagazin New Scientist (Donnerstagausgabe).

Nach Angaben der Forscher sind Herden in Deutschland, Italien und Spanien "wahrscheinlich" mit der Rinderseuche infiziert, obwohl diese Länder offiziell als BSE-frei gelten. In weiteren sechs europäischen Staaten, sowie in Kanada, Australien und den USA sei eine Verseuchung zwar "unwahrscheinlich", könne aber dennoch nicht ausgeschlossen werden. BSE gilt als Auslöser der tödlichen Creutzfeldt-Jakob- Krankheit (CJD) beim Menschen.

Die Experten legten bei ihren zweijährigen Forschungen Daten über den Import von Rindern, Rindfleisch und Knochenmehl aus Großbritannien und anderen von der Seuche betroffenen Staaten zu Grunde. Zum Teil sei das Fleisch, einschließlich infektiösem Nervengewebe, nach ungenügender Sterilisierung weiter verfüttert worden. Die Möglichkeit der Infektion habe sich dadurch in Deutschland, Italien und Spanien "schnell vervielfacht."

Trotz Importverbot und strikter Regeln für die Herstellung von Tierfutter hätten sich alle drei Länder nicht an EU-Auflagen gehalten, "Risikogewebe" wie Hirn und Rückgrat aus Rinderkadavern zu entfernen, schrieb der New Scientist.

Bei dem von diesen Staaten praktizierten System der "passiven Überwachung", wonach Bauern BSE-Fälle melden müssen, sei ein "geringes Ausmaß der Seuche möglicherweise völlig übersehen" worden, schreibt der New Scientist.

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