Rindfleischverzehr bisher nicht eingebrochen
Kontroverse Diskussion über Preisverfall bei Rindfleisch

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, warnt vor übertriebenen Reaktionen der Verbraucher auf das BSE-Problem. Sonnleitner sagte am Dienstag "bisher ist der Rindfleischverzehr in Deutschland noch nicht eingebrochen. Hier sollten wir auch nichts herbeireden".

ddp FRANKFURT/DÜSSELDORF. Als gefährdet sieht der Präsident des Bauernsverbandes die Existenz vieler Landwirte. Die Gesamtbelastung sei beträchtlich. Einerseits bekämen die Bauern den starken Preisverfall bei Rindfleisch zu spüren. Gleichzeitig fielen höhere Kosten bei Tierfutter, Entsorgung sowie durch die BSE-Schnelltests an, sagte Sonnleitner der Nachrichtenagentur ddp in München. Schon jetzt betrage der Preisverfall bei Rindfleisch rund 20 %, hob der Präsident des Deutschen Bauernverbandes hervor.

Durch das Verbot der Tiermehl-Verfütterung, das am Samstag in Kraft treten soll, sei damit zu rechnen, "dass der Markt sofort auf die steigende Nachfrage reagieren wird, pflanzliche Eiweißmittel wie Erbsen oder Raps teuer werden und damit auch die Kosten für die Futtermittel steigen". Da allerdings sowohl die Öffentlichkeit als auch Gesetzgeber und Märkte nicht mehr wollten, dass Tiermehl verfüttert wird, seien viele Bauern bereits seit letzter Woche freiwillig dazu übergegangen, nur noch Tierfutter ohne Tiermehl zu verwenden.

Fleischer-Verband rechnet nicht mit Preisverfall

Dagegen rechnet der Deutsche Fleischer-Verband nicht mit einem Preisverfall beim Rindfleisch. Der Verbandsexperte für Fleischhygiene, Wolfgang Lutz, sagte : "In den letzten zwei Jahren hat es einen heftigen Preiswettbewerb gegeben. Wir gehen davon aus, dass die derzeitigen Niedrigpreise trotz BSE nicht mehr nennenswert unterschritten werden." Die Preisfrage sei zudem für die Fleischer gegenwärtig auch nicht interessant. Entscheidend sei, das "Vertrauen der Kunden wiederzugewinnen".

Lutz riet zugleich beim Thema BSE zu Besonnenheit. "Ob das deutsche Rindfleisch unsicher ist, ist noch nicht geklärt." Wie groß das Problem tatsächlich sei, würden erst die folgenden Kontrollen zeigen. Unbestreitbar sei allerdings, dass die Verbraucher durch die jüngsten Vorgänge "sehr stark verunsichert" sind.

Der Fleischer-Verband sprach sich in diesem Zusammenhang dafür aus, die EU-weite Kennzeichnungspflicht für Rindfleisch nicht allein auf den Ort der Schlachtung und Zerlegung zu beschränken. "Auch der Geburts- und Aufzuchtort muss für die Verbraucher ersichtlich sein", sagte Lutz. Nur auf diese Weise habe der Käufer eine verlässliche und lückenlose Kontrolle.



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