Ring Deutscher Makler beurteilt Perspektiven verhalten
Immobilienumsatz erneut rückläufig

Die Immobilienbranche leidet unter einer Umsatz-Flaute. Ob in diesem Jahr mehr Immobilien ge- und verkauft werden, hängt nach Einschätzung des Rings Deutscher Makler von der Konjunktur-Entwicklung ab.

HB HAMBURG. Mit 143,20 Milliarden Euro ist der Immobilienumsatz im Jahr 2001 um 4,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Dies ergibt sich aus einer Hochrechnung des Rings Deutscher Makler (RDM) auf Basis der Steuerstatistik für den Grunderwerb. Trotz des Rückgangs deutet sich nach Ansicht der Makler im Verhältnis zum Jahr 2000 eine allmähliche Stabilisierung des Immobilienmarktes an. Im Vorjahr musste die Branche einen Umsatzeinbruch von 16,3 Prozent hinnehmen.

Insgesamt ist nach der Statistik das Transaktionsvolumen im vergangenen Jahr um 6,59 Milliarden Euro niedriger ausgefallen als im Jahr 2000. Vom Gesamtrückgang entfallen 2,92 Milliarden Euro auf die alten und 3,67 Milliarden Euro auf die neuen Bundesländer.

Für den Rückgang des Umsatzvolumens macht der RDM sowohl die gesetzlichen und steuerrechtlichen Rahmenbedingungen als auch die schwache konjunkturelle Entwicklung verantwortlich. Die verlängerte Spekulationsfrist und die eingeschränkten Möglichkeiten beim steuerlichen Verlustausgleich hätten dazu geführt, dass Geldgeber sich bei Investitionen in Wohneigentum zurückgehalten hätten. Wegen schlechterer Absatzmöglichkeiten seien Entwickler von Abschreibungsmodellen in weitaus geringerem Maße als Erwerber von Immobilienobjekten oder Grundstücken am Markt aktiv geworden.

Die im Jahr 1999 reduzierten Einkommensgrenzen für die Eigenheimzulage wirkten sich nach Beobachter der Makler erneut auf den privaten Eigentumserwerb aus. Potenzielle Käufer hätten sich auch wegen der Diskussion um die private Altersvorsorge zurückgehalten. In den neuen Bundesländern tragen - so der RDM - weiterhin die Abwanderung von Arbeitskräften und der erhebliche Wohnungsleerstand wesenlich zu den Umsatzeinbußen im Immobilienbereich bei.

Regionale Verteilung der Umsätze

In den alten Bundesländern fiel der Umsatzrückgang mit einem Minus von 2,2 Prozent (Vorjahr minus 12,3 Prozent) wesentlich geringer aus als in den neuen Bundesländern mit Einbußen in Höhe von 19,3 Prozent (Vorjahr minus 36,2 Prozent). In drei Ländern des alten Bundesgebietes haben die Makler einen Umsatzzuwachs beobachtet . Mit einem Plus von 14,0 Prozent wies Hamburg den höchsten Umsatzanstieg (Vorjahr minus 14,8 Prozent) auf.

Daneben verzeichneten Rheinland-Pfalz (0,3 Prozent) und Hessen (0,8 Prozent) ebenfalls ein Umsatzplus. Der Rückgang war in Berlin mit einem Minus von 12,3 Prozent am stärksten, gefolgt vom Saarland (minus 6,7 Prozent) und Baden-Württemberg (minus 4,9 Prozent). Das höchste Umsatzvolumen wurde mit 32,07 Milliarden Euro in Nordrhein-Westfalen erzielt. Es schließen sich Bayern mit 26,52 Milliarden Euro und Baden-Württemberg mit 19,63 Milliarden Euro an. Am Ende der Skala stehen der Stadtstaat Bremen (1,32 Milliarden Euro) und das Saarland (1,19 Milliarden Euro).

In den neuen Bundesländern sind durchgehend Umsatzrück-gänge zu verzeichnen. Mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern (minus 9,1 Prozent) liegen diese im zweistelligen Bereich. Die stärksten Einbußen weist Sachsen mit einem Mi-nus von 24,8 Prozent auf. Es folgen Brandenburg (minus 18,3 Prozent), Sachsen-Anhalt (minus 16,6 Prozent) und Thüringen (minus 12,3 Prozent). Bezogen auf das Umsatzvolumen liegt Sachsen mit 3,89 Milliarden Euro an der Spitze vor Brandenburg (2,81 Milliarden Euro), Mecklenburg-Vorpommern (2,22 Milliarden Euro), Sachsen-Anhalt (1,88 Mil-liarden Euro) und Thüringen (1,81 Milliarden Euro).

Die weitere Entwicklung

Ob der seit zwei Jahren von den Maklern beobachtete Rückwärts-Trend bei den Umsätzen in der Immobilienbranche sich in diesem Jahr umkehrt, ist nach Einschätzung der Branchen-Experten ungewiss. Die Entwicklung hänge von einer Belebung der Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte ab. Ein Aufschwung könnte den notwendigen Optimismus und das Vertrauen in die Zukunft bei privaten wie gewerblichen Investoren schaffen, hoffen die Makler.

Voraussetzung seien positive Vorzeichen bei der Einkommensentwicklung und eine Stabilisierung der Be-schäftigungssituation. Zudem würden die weiteren Entscheidungen zu den steuerlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen eine entscheidende Rolle für künftige Investitionen spielen. Die Makler verweisen insbesondere auf die Diskussionen um die Erbschaftssteuer, die Spekulationsfrist oder eine weitere Einschränkung der Eigenheimzulage.

Marktstabilisierend wirken sich - so die Experten zurzeit das niedrige Zinsniveau, die vergleichsweise moderaten Immobilienpreise, der Rückgang der Neubautätigkeit und die leicht anziehenden Mieten aus. Insgesamt wäre für das Jahr 2002 eine weitere Stabilisierung der Immobilienumsätze bezogen auf die alten Bundesländer bereits als positiv zu bezeichnen. Im Hinblick auf die neuen Bundesländer wäre Verringerung des Rückgangs bereits als positive Nachricht zu werten.

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