Ringen um digitale Übertragung
ARD weist Drohung zu Entzug der WM zurück

Die Übertragung der am 31. Mai beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft bei ARD und ZDF ist nach Ansicht der ARD gesichert.

wiwo/ap MÜNCHEN. ARD-Sprecher Rüdiger Oppers bezeichnete am Wochenende einen Hinweis des Kirch-Geschäftsführers Hans-Joachim Ziems, dass die Übertragungsrechte mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens an die KirchMedia zurückfallen könnten, als "leere Drohung, die uns nicht beeindruckt".

Daneben erwartet die ARD für nächste Woche eine Entscheidung der Kirch-Gruppe, ob sie die Fußball-WM in Südkorea und Japan auch digital übertragen kann.

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete in ihrer Samstagausgabe, Ziems habe ARD und ZDF über die Rechtslage informiert. Der Insolvenzverwalter müsse das beste Ergebnis zur Befriedigung der Gläubiger erzielen. Das Blatt erklärte, wenn die Übertragungsrechte an der Fußball-WM an KirchMedia zurückfielen, bekämen ARD und ZDF ihre Anzahlung von 60 Millionen Euro erst einmal nicht erstattet, sondern wären lediglich einer von vielen Gläubigern des hoch verschuldeten Konzerns.

Dazu sagte ARD-Sprecher Oppers: "Wir sind vertragstreu und haben alle Vertragsleistungen erfüllt." Die Spiele seien bezahlt. Deshalb stehe der Übertragung der 24 WM-Spiele nichts entgegen. In Kreisen der ARD gilt ein Verkauf der WM-Übertragungsrechte schon deshalb als ausgeschlossen, weil weder RTL noch Sat1 als Käufer in Frage kämen. Außerdem wird bezweifelt, ob es rechtmäßig wäre, dass die Gelder der Rundfunkgebührenzahler in eine Insolvenzmasse fließen könnten.

Ziems versicherte der "Süddeutschen Zeitung": "Wir werden das Insolvenzrecht nicht ausnutzen, um unangemessene Forderungen zu stellen." Allerdings müssten ARD und ZDF für die WM 2002 noch einen Restbetrag von 50 Millionen Euro zahlen, der bislang an einen Vertragsabschluss für die WM 2006 in Deutschland gekoppelt ist. ARD und ZDF könnten nun diese Verknüpfung aufgeben und die 50 Millionen überwiesen, "um Sicherheit für die WM in Asien zu bekommen", sagte Ziems. Doch die Intendanten der Sender dächten nicht daran, schrieb das Blatt. ARD-Sprecher Oppers sagte, die für 2003 vereinbarten Verhandlungen über die WM 2006 könnten auf Wunsch auch vorgezogen werden.

Zur digitalen Übertragung sagte Opper: "Wir ringen darum, die digitale Ausstrahlung sicherzustellen." ARD, ZDF und das Satellitenunternehmen Astra hätten eine technische Lösung entwickelt, über die eine Einigung mit Kirch angestrebt wird - unter Umständen im direkten Gespräch mit dessen spanischem Vertragspartner, dem Pay-TV-Sender Via Digital, wie Oppers sagte. Kirch hatte die exklusiven digitalen Senderechte für Spanien an den Sender verkauft, dabei aber übersehen oder ignoriert, dass dort auch ausländische Sender wie ARD oder ZDF via Satellit ohne Gebühren empfangen lassen.

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