Risiken für die Preisstabilität geringer
Welteke sieht weiter Inflationsrisiken in Euro-Zone

Reuters DÜSSELDORF. In der Euro-Zone bestehen nach Ansicht von Bundesbankpräsident Ernst Welteke nach wie vor Inflationsrisiken, denen die Europäische Zentralbank (EZB) entschieden entgegen treten werde. "Die Risiken für die Preisstabilität sind geringer geworden, aber noch nicht verschwunden", sagte Welteke am Dienstagabend in Düsseldorf laut vorab veröffentlichtem Redetext. Zum Zustand der Wirtschaft in den USA sagte der Bundesbankchef, die US-Konjunktur sei weit von einer Rezession entfernt und erlebe derzeit nur eine vorübergehende Abkühlung. Der Euro reagierte nicht merklich auf Weltekes Äußerungen und notierte weiter mit Kursen knapp über 0,91 $.

Inflationsrisiken bestehen nach Ansicht Weltekes vor allem durch den Anstieg der Nahrungsmittelpreise und in Deutschland durch die letzte Stufe der Ökosteuerreform. Auch bei den Ölpreisen könne noch keine Entwarnung gegeben werden, sagte er weiter. Die Wachstumsraten der Wirtschaft sowohl in Europa als auch in Deutschland würden in diesem Jahr über dem Potenzialwachstum liegen. Das Potenzialwachstum - die Rate, mit der eine Wirtschaft ohne Inflationsrisiken wachsen kann - wird von Analysten für die Euro-Zone derzeit auf 2,25 % geschätzt.

Zu den Konjunkturaussichten in den USA äußerte sich Welteke optimistisch. "Ich sehe die US-Konjunktur weit weg von einer Rezession", sagte er. Die USA erlebten derzeit nur eine vorübergehende Eintrübung ihrer Wirtschaft. Zudem bestehe Spielraum für Zins- und Steuersenkungen sowie einen weiteren Anstieg der Produktivität in den USA. Die Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF), wonach für die USA in diesem Jahr ein Wachstum von 1,7 % erwartet werde, wollte Welteke nicht kommentieren. "Darüber habe ich keine eigenen Kenntnisse." Welteke wies aber darauf hin, dass auch die US-Notenbank Fed ihre Wachstumsprognose gesenkt habe.

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