Risiken im Immobiliengeschäft der Berlin Hyp
Bankgesellschaft Berlin bleibt unter Druck

HB BERLIN. Die Aktionäre der Bankgesellschaft Berlin AG hatten in den letzten Jahren nur wenig Vergnügen an ihrem Unternehmen. Und wie es aussieht, wird sich das so schnell nicht ändern - allen Ankündigungen zum Trotz.

Gerade erst ist bei der Tochtergesellschaft Berlin Hyp AG ein zusätzlicher Wertberichtigungsbedarf von rund 150 Mill. DM offenkundig geworden. In einer Sonderprüfung hatte das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen sich näher mit Kreditgeschäften mit der Baugruppe Aubis befasst, der die Berlin Hyp den Ankauf von rund 14 000 Plattenbauwohnungen in Ostdeutschland finanziert hatte. Statt 50 Mill. DM drängen die Prüfer nun, so wird in Berliner Finanzkreisen bestätigt, auf einen Wertberichtigungsbedarf von 200 Mill. DM.



Noch liegt der Abschlussbericht des Amtes noch nicht vor, weshalb die Sprecher von Berlin Hyp und Bankgesellschaft sich zu dem Vorgang nicht äußern. Immerhin scheint die Berlin Hyp sich dennoch in der Lage zu sehen, eine unveränderte Dividende - im letzten Jahr knapp 26 Mill. Euro - zu zahlen. Darauf jedenfalls läßt die Tatsache schließen, dass die börsennotierte Bank keine Gewinnwarnung veröffenlicht hat.



Das Land Berlin ist Mehrheitseigner der Bankgesellschaft

Gleichwohl hinterläßt die neuerliche Schieflage im Immobiliengeschäft eine Reihe Fragen. Die betreffen nicht nur den Vorstandschef der Hyp, Klaus Landowsky, der im Nebenamt zugleich einflussreicher Fraktionschef der Berliner CDU ist. Das ist zumindest insofern interessant, als die CDU Berlin (mit der SPD) regiert und das Land Mehrheitseigner bei seinem Arbeitgeber, der Bankgesellschaft, ist.



Doch die Misere trifft auch den gerade erst für weitere 5 Jahre im Amt bestätigten Vorstandschef der Bankgesellschaft, Wolfgang Rupf. Immerhin war er es, der dem Konzern ein neues Risiko-Controlling verordnete, nachdem sich über Jahre immer wieder neue Milliarden-Löcher aus Alt-Geschäften auftaten. Alles in allem hat die Bank seit Gründung 1994 bis 1999 mehr als 7 Mrd. DM an Wertberichtigungen verkraften müssen. Heute stellen sich Fragen nach der Qualität des Risiko-Controllings.



Rupf muss aber auch an anderen Stellen Tatkraft beweisen und das Institut auf Rendite trimmen. Beim bisher zögernd angegangenen Stellenabbau erwarten die von der Performance der Bank enttäuschten Aktionäre etwa mehr Druck. 1 600 der 17 000 Stellen sollen bis Jahresende wegfallen. Ob das reicht, scheint manchem Insider zumindest fraglich.



2001 hat nicht gut begonnen

Überrascht hatten die Aufsichtsräte erst Ende letzten Jahres erkennen müssen, welch hohe Risiken immer noch im Geschäft mit "Bau, Steine, Erden" schlummern. Denn aus dem Verkauf der Immobilientochter IBG bleibt kaum etwas übrig. Der auf rund 2 Mrd. DM veranschlagte Erlös aus dem Verkauf von 90 % der Anteile an Deutschlands größtem Initiator geschlossener Immobilienfonds geht in Vorsorge-Rückstellungen für langfristige Mietgarantien.



Auch 2001 hatte für das Institut nicht gut begonnen. Die portugiesische Banco Commercial Portugues ließ ihren Plan fallen, sich bei den Berlinern einzukaufen, kaum dass die Absicht durch eine Indiskretion öffentlich geworden war.



Die Börse belohnt so viele negative Schlagzeilen nicht. Am Freitag fiel der Aktienkurs der Bank auf 13,50 Euro. Damit ist er nicht weit von den Tiefstständen Ende 1998 entfernt. Da wird es immer zweifelhafter, ob der Großaktionär Berlin noch 2001 richtig Kasse machen kann, beim geplanten Verkauf von 6,5 % der BGB-Aktien - was die Verantwortlichen im Land nicht gerade fröhlicher stimmen dürfte.

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